Archiv für den Monat August 2014

„Berlin is nich mehr schön!“

Dieser Satz begegnet uns häufig, seit wir (meine Frau Christiane und ich) hier sind.

Die Gründe und Hintergründe könnten dabei aber kaum gegensätzlicher sein, mal abgesehen davon, dass wir Berlin durchaus schön finden (nicht nur das Wetter, das in diesem Sommer unvergleichlich viel besser war als etwa im Rheinland).

Wir wohnen ja in Reinickendorf-Waidmannslust, sind in wenigen Minuten zu Fuß am Naturschutzgebiet Hermsdorfer See / Tegeler Fließ, selbst die „grüne“ Grenze nach Brandenburg ist fußläufig.

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Wenn wir aus unserer Wohnung im 13. Stock schauen, sehen wir zur einen Seite über ganz Westberlin, der Blick nach Nordwesten und Osten aber geht fast ausschließlich über Wälder und Felder. Oder über Siedlungen, in denen die Straßenbäume höher sind als die Häuser.

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„Reinickendorf, Berlins grüner Norden“, so steht es auch auf den Wanderwegschildern. Zu DDR Zeiten war das schon so. Aber im Unterschied zu Kreuzberg und Neukölln, das immer schon ein verrücktes Pflaster war, und zu den reichen Stadtteilen Wilmersdorf, Charlottenburg und Grunewald war Reinickendorf – wenn ich das richtig aufgefasst habe – das ordentliche, (klein-)bürgerliche Westberlin. Heute ist Reinickendorf, so heißt es, immer noch der Berliner Bezirk mit dem höchsten Anteil an „echten“ Ur-Berlinern. Unser Eindruck ist das ebenfalls, nirgendwo sonst in der Stadt berlinert es so häufig, wie bei uns herum.

Und diese „Alt-Reinickendorfer“ sind es vor allem, von denen wir den Satz immer wieder hören: „Berlin is nich mehr schön.“ Oder: „Dit is nich mer so wie früha!“. Unsere über 80jährige Nachbarin, die im Hochhaus gewohnt hat, seit es steht. Der mehrfach gepiercte Eigenheimbesitzer mit Hund aus der Nachbarstraße. Die Bankerin der Berliner Stadtsparkasse, die uns berät. Der junge Mann, der aus dem Wedding hergezogen ist.

Nach dem Grund gefragt, kommt in der Regel: All die Ausländer, die Türken, die „Zigeuner“, die jetzt hierhin gezogen sind. Der Dreck überall, besonders in unserem Aufzug (siehe Titelbild), der Lärm. Und: „Früha jing et viel freundlicha zu“…

Da fällt mir doch der Titel der Kölner Vokalgruppe Wise Guys ein: „Früher, früher war alles besser.“ Und mir fällt das Lied ein, das der wohl berühmteste Reinickendorfer, Reinhard Mey, schon in den 70er Jahren geschrieben hat: „Es gibt keine Maikäfer mehr“. Ein Lied  voller Bedauern über die verflossene gute Alte Zeit und unbestimmtem Ahnen, dass alles bergab geht:

„Vielleicht ängstigt mich ihr Fortgeh‘n, denn vielleicht schließ‘ ich daraus,
Vielleicht geh‘n uns nur die Maikäfer ein kleines Stück voraus.“

Passt total gut nach Reinickendorf.

Zurück zum Müll im Aufzug: Jeder motzt. Und keiner ist es gewesen. Aber es käme auch keiner auf den Gedanken, ein Tempotaschentuch zu nehmen, sich zu bücken und unten den Pfirsich-Rest eben in den Mülleimer zu werfen. – Oder: „Die Türken sind so unfreundlich“. Merkwürdig, wir erleben was ganz anderes. Ist man vielleicht mal auf den Gedanken gekommen, genauer hinzuschauen, oder zu überlegen, wie die pampige Art der Berliner auf Südländer wirkt? Bekanntlich kommt bei „Herz mit Schnauze“ die Schnauze vor dem Herz.

„Berlin is nich mehr schön“, das kann ein nostalgisches Jammern sein, ohne ernsthaft zu überlegen, was man selbst zum wieder-schön-werden beitragen könnte. Da zieht man lieber nach Brandenburg. Da hat man wenigsten seine Ruhe! (Das íst keine Ironie, sondern auch ein Zitat.)

„Berlin is nich mehr schön“, sagen auch viele z.B. im Prenzlauer Berg oder Neukölln. Hier ist nicht „Türke“ das Stichwort (ganz im Gegenteil), sondern „Gentrifizierung“. Mit anderen Worten, einen Stadtteil so herauszuputzen, die Altbauten so nobel zu sanieren, alles so schön zu  machen, dass der normale Mensch sich keine Wohnung mehr leisten kann. Im „Prenzlberg“ ist es längst so weit. In Neukölln wehrt man sich noch: „Zwangsräumung geht uns alle an!“

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Ein Straßenfest, irgendwie typisch für Kreuzberg und Neukölln, kreativ, anarchisch, etwas versifft, gut drauf und ausgesprochen kommunikativ. Statt zu jammern, werden Spielräume genutzt und offensiv ausgeweitet.

Und dabei versucht man, der Stadtverwaltung und Landespolitik wo es geht ein Schnippchen zu schlagen. Entweder geschieht das durch Bürgerinitiativen, die vollkommen unausgereifte (wie die Bebauung des Tempelhofer Feldes) oder auch plausible (wie den Vorschlag des Bezirksbürgermeisters von Köpenik, in der Altstadt Parkgebühren zu erheben!) Initiativen der Politik erfolgreich abwatschen. Die Parkgebühren wurden in der Volksabstimmung gestern mit 38.040 gegen 6424 Stimmen abgelehnt! Begründung: „Ick lass‘ mir doch nich‘ ausrauben.“

Oder anarchische Initiativen sind so erfolgreich, dass die Behörden sie irgendwann dulden oder sogar zu öffentlichen Einrichtungen machen.

Das wird besonders deutlich, wenn man über das Tempelhofer Feld wandert. Die Gebäude ringsum liegen scheinbar am Horizont. Und auf dieser unfassbar riesigen Fläche mitten in der Stadt hat sich ein „urbanes Landleben“ entwickelt, das seinesgleichen sucht. Ich verzichte jetzt auf Einzelbeschreibungen und zeige euch nur eine Reihe von Fotos:

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Ich muss sagen, dass mir der anarchisch-kreative Ansatz näher liegt. Denn hier werden wenigstens Lösungen gesucht. Allerdings manchmal auch rückwärtsgewandt. Und dadurch werden die Probleme Berlins auch nicht kleiner.

Wenn Jesus sagt: „Wer die Hand an den Pflug legt und schaut zurück, der ist nicht geschickt zum Reiche Gottes“, spricht er eine Weisheit aus, die nicht nur für das Reich Gottes, sondern auch für eine Stadt wie Berlin gilt. Allerdings, das keinem Menschen der Lebensraum entzogen wird, das bleibt in jedem Fall eine zentrale Aufgabe – gerade für den Blick nach vorne .

Übrigens, der Ärger in Neukölln und Reinickendorf – so unterschiedlich er auch ist – hängt unmittelbar zusammen: Gerade weil in den ehemals „verkommenen“ Stadtteilen rasant günstiger Wohnraum vernichtet wird, ziehen die Leute nun in den Berliner Norden, wo die Wohnungspreise noch moderat sind. Unter anderem deshalb sind wir ja auch hier gelandet.

Berlin is nich mehr schön? Ich setz jedenfalls ein dickes Fragezeichen hinter den Satz, ohne die jeweiligen Probleme leugnen oder verharmlosen zu wollen.

Wir jedenfalls lieben den grünen Berliner Norden wie die verrückten Stadtteile. Und sanierte Altbauwohnungen sind nun wirklich nicht zu verachten, auch wenn wir sie uns nicht leisten können. Deshalb jetzt noch ein paar Fotos von unserem schönen Berlin:

Der Köppchensee am Berliner Mauerweg ganz im Norden (bei Alt-Lübars)

Der Köppchensee am Berliner Mauerweg ganz im Norden (bei Alt-Lübars)

Die Ditip-Moschee am Alten Türkischen Friedhof aus dem 19. Jhdt. (Tempelhofer-Feld)

Die Ditip-Moschee am Alten Türkischen Friedhof aus dem 19. Jhdt. (Tempelhofer-Feld)

Sanierte Stuckfassade in Kreuzberg

Sanierte Stuckfassade in Kreuzberg

Abendhimmel über dem Regierungsviertel

Abendhimmel über dem Regierungsviertel

Sommer im Tiergarten

Sommer im Tiergarten

Philharmonie und Potzdamer Platz bei Nacht

Philharmonie und Potzdamer Platz bei Nacht

"Blühender Dom"

„Blühender Dom“

Gaukler-Festival auf dem Alexanderplatz

Gaukler-Festival auf dem Alexanderplatz

Mein schöner Arbeitsplatz: Zentrum am Hauptbahnhof der Berliner-Stadtmission (Modell)

Mein schöner Arbeitsplatz: Zentrum am Hauptbahnhof der Berliner-Stadtmission (Modell)

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Befreiungstheologie im Berliner Dom ?

Vor einigen Wochen habe ich ja schon mal von den verschiedenen Andachten berichtet, die wir von der Berliner Stadtmission gestalten.
Dabei haben die Domandachten den größten und breitesten Zuhörerkreis (bei meinen letzten Domandachten zw. 70 und 150). Die besondere Herausforderung dabei ist es, im Rahmen eines kurzen liturgischen Ablaufs mit sehr schöner Orgelmusik und einem gemeinsamen Lied innerhalb von 3 – 5 Minuten einen Gedanken des christlichen Glaubens (ich halte mich in der Regel die Tageslosung) so auszulegen, dass er für Touristen wie Menschen aus der Gemeinde, für bewusste Christen wie für rein kulturell Interessierte verständlich und im besten Fall sogar relevant ist. Für alle sollte etwas von der befreienden Kraft des Evangeliums deutlich werden. Und die Nicht-Deutschsprechenden sollten wenigstens atmosphärisch etwas mitbekommen und den Segen Gottes spüren.  Das Ganze im Rahmen eines kurzen liturgischen Ablaufs mit sehr schöner Orgelmusik und einem gemeinsamen Lied.

Inwieweit mir das jeweils gelingt, weiß ich nicht. Immerhin gibt es nach der Andacht immer ein paar Leute, die ein kurzes Gespräch suchen.
Den beeindruckenden, spätromantischen Klang der riesigen Sauer-Orgel von 1905 mit ihren 4 Manualen, 113 Registern und 7269 Pfeifen kann ich Euch natürlich nicht übermitteln.
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Aber ich will Euch wenigstens die Gelegenheit geben, mal eine Andacht zu lesen (wobei sich natürlich das gesprochene und das geschrieben Wort auch nochmal unterscheidet): Die Abendandacht zur Tageslosung am Mittwoch, 13.August, mit dem Versuch einer kleinen „Befreiungstheologie“ für Berlin:

Wenn man das erste Mal auf dem „Lustplatz“ vor dem Berliner Dom steht und erst recht, wenn man dann hier in die „Predigtkirche“ hereinkommt und sich umschaut, kann man den Eindruck bekommen: Kirche gehört zu den Reichen und Mächtigen dieser Welt. So viel Pracht, soviel Gold…
In der Tat: der Berliner Dom wurde gebaut, um für das Deutsche Kaiser-Reich „ein repräsentatives Gotteshaus“ zu erhalten, „das sich mit den großen Kirchen der Welt messen“ könnten sollte. Alles andere entsprach nicht mehr den damaligen Ansprüchen vor 120 Jahren. 1905 wurde er von Kaiser Wilhelm II. eingeweiht. Heute zählt das Gebäude zu den berühmten Kulturgütern Berlins, und um das alles zu erhalten, werden Tag für Tag große Geldsummen benötigt.
Ist das nicht ein Widerspruch zur Lehre Jesu, zur Lehre der Bibel?

Der Spruch für den heutigen Tag, die sog. Tageslosung, ist ein Vers aus dem Propheten Jesaja, den Jesus 500 Jahre später ausdrücklich für sich in Anspruch genommen hat. Es war der Bibeltext für seine Antrittspredigt in Nazareth:
Jes 61,1: „Der Herr hat mich gesandt, den Elenden gute Botschaft zu bringen, die zerbrochenen Herzen zu verbinden, zu verkündigen den Gefangenen die Freiheit.“

Die Befreiungstheologen besonders in Lateinamerika und Asien haben während der zurückliegenden etwa 50 Jahre entdeckt, dass das Evangelium von Jesus Christus eine klare Option für die Armen darstellt. Und das man nicht über christlichen Glauben reden darf, wenn man nicht zugleich anprangert, wo Menschenrechte und Menschenleben mit Füßen getreten werden. Wo die Konzerne den Grund und Boden an sich reißen, die Menschen von ihrem Land vertreiben und die Regenwälder abholzen. Wo sich alles nur um die Zuwachsraten der Besitzenden dreht. Reichtum erscheint hier als das Bösen, das alles Leid verursacht.
Papst Franziskus hat diesen Gedanken ja aufgegriffen und predigt und lebt ihn in beeindruckender Weise.

Umgekehrt sagt eine große Kirche in Westafrika: Armut ist das Böse, von dem die Menschen zu befreien sind. Und zwar, indem die Reichen spenden und die Armen lernen, wie man reich wird.
Was für ein Gegensatz der Deutungen!
Ich glaube aber, dass Jesus noch etwas anderes gemeint hat und gar nicht so sehr materielle Armut oder Reichtum im Blick hatte, sondern ein Elend, eine Unfreiheit, die quer durch alle Schichten geht: „Zerbrochene Herzen“ sind keine Frage von sozialer Stellung. Gefangenschaft etwa in Sucht, findet sich bei Reichen wie bei Armen. Nicht Reichtum oder Armut an sich ist Böse, aber beides führt häufig in großes Elend, auch wenn dieses Elend ganz verschiedene Gesichter trägt.

Jesus möchte die versklavenden Mechanismen, die krankmachenden Strukturen und die dazugehörigen desaströsen Entscheidungen überwinden, durchbrechen und heilen. Mit seinem Leben und Sterben hat er die Macht des scheinbar Zwangsläufigen entlarvt und entkräftet. In seinen Fußspuren finden wir Alternativen zu dem, was uns und andere kaputt macht. Ein alternatives Lebenskonzept, das uns befreien kann.
Und genau das können sie auch hier im Dom finden:
Dort oben in der Kuppel steht es zwischen den Bildern und den farbigen Fenstern der Laterne, die Seligpreisungen Jesu:
Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich. – Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen. – Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden. – Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen. … Befreiung für Arme und Reiche.

Selig, wer sich dafür öffnet.
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Gebet
Herr Jesus Christus,
du siehst all das Elend, unter dem Menschen leiden und das wir uns oft gegenseitig zufügen. Du kennst all die Unfreiheiten und Sklavereien. Du fühlst mit jedem zerbrochenen Herzen, in der Weite der Welt und auch bei uns.
Heile und stärke, entlarve und befreie du durch dein Wort und deinen Geist.
Und bewege uns, dir zu folgen, du Heiland der Welt.

Amen

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Für die Studio-Produktion meines neuen Liedes zum Leitbild der Berliner Stadtmission (siehe vorletzter Blog „Werkstatt für Himmlische Gesellschaft“) sind schon die ersten beiden Spenden eingegangen. Herzlichen Dank dafür!

 

Werkstatt für Himmlische Gesellschaft II.

„Unter dem Buyu-Baum“ – so hieß ein Buch, das in meiner Kindheit im Kindergottesdienst vorgelesen wurde. Ich erinnere mich eigentlich nur an den Titel, dass es in Afrika spielte und davon erzählte, wie sich ein Missionar mit den „Eingeborenen“ immer unter ebendiesem Baum traf. Es kann auch sein, dass die Dorfbewohner diesen Ort schon vor dem Missionar als ihren Treffpunkt ausgewählt hatten, wo sie alle Belange des Dorfes verhandelten. Das weiß ich aber nicht mehr so genau. Vielleicht haben sich da verschiedene Geschichten in meinem Kopf gemischt. Jedenfalls ist der Titel mir wohl deshalb haften geblieben, weil sich für mich irgendwie ein positives Gefühl damit verbindet: Ein Ort unter freiem Himmel, total offen und doch ein fester Raum der Begegnung. Exotisch aber total einleuchtend.

Wenn ich aber jetzt recht überlege, hatte ich den Buchtitel eigentlich nicht mehr in Erinnerung, sondern er kam wieder in mein Bewusstsein, als ich vergangen Freitag mit meiner Frau Christiane gleich nochmal zum sharehouse hin bin (siehe vorhergehenden Beitrag). Diesmal zur nachmittäglichen Öffnungszeit, denn wir wollten das Projekt „in Aktion“ erleben.

Die Tür stand offen, ich wurde wiedererkannt 😉 und wir wurden herzlich begrüßt. Mit uns kam eine junge afrikanische Frau. Wie sich später herausstellte, war sie gebürtige Kenianerin, aber schon seit über 13 Jahren in Deutschland, zunächst Hamburg („Da hab ich keinen kennen gelernt“)  und nun noch nicht lange in Berlin. Die langen, glatten, schwarzen Haare deuteten schon auf ihren ersten Beruf hin: „Extensions-Friseurin.“ Extensions bezeichnet die höchst kreativen künstlichen Frisuren, die sich afrikanische Frauen (gegenseitig) in das ganz kurz geschnittene Haar flechten. Ihr zweiter Job hatte sie hier hergeführt: Die Verwaltung von drei Gästewohnungen auf der anderen Straßen Seite. Schöne Wohnungen, aber ohne Waschmaschine. Und weit und breit kein Waschsalon!
Sven Lager führte uns drei durch die paar Räume und erklärte den Gedanken des sharehouse. Als wir in der Küche ankamen, stellten wir fest, dass da unter der Arbeitsplatte noch Platz für eine Waschmaschine wäre. Und schon war eine neue Idee geboren. (sharehouse: Ort für deine Ideen)WP_20140801_14_41_53_Pro-ausschnitt

Ihr ahnt es schon…

Also, falls jemand eine Waschmaschine herumstehen hat, die nicht mehr so ganz dringend gebraucht wird. Im Sharehouse wäre ein prima Platz dafür!

Als wir wieder nach vorne kamen, hatte sich was getan: Elke Naters (Svens Frau) und Stefan Scheer, Teammitglied und Hausbewohner hatten zwei Tische rausgestellt, Wasser, ein paar Gläser, dazu ein Töpfchen mit Kirschen. Schnell wurde Kaffee gemacht. Und dann saßen wir unter dem „Kreuzberger Buyu- Baum“, den eine demontierbare, natürlich selbstgebastelte WP_20140801_17_41_35_ProBank umfasst. Inzwischen war auch ein junger Student aus Ghana dazu gestoßen, der im sharehouse sein Sprachpraktikum macht und oben im Haus in der WG untergekommen ist. Und eine total interessante Frau aus dem Wedding, die vollkommen zufällig hier vorbeigekommen war.

Die nächsten 1 1/2 Stunden vergingen wie im Flug, mit Erzählen und Zuhören, Ideen spinnen und Kontaktdaten austauschen. Vollkommen entspannte Atmosphäre, obwohl auch sehr ernste und persönliche Dinge zur Sprache kamen, ehrlich erzählt und einfühlsam aufgenommen.

Ständig liefen Leute vorbei, manche schauten interessiert. Andere nicht. Und manche schrieben ein paar Meter weiter ihre Kommentare an die Schiefertafeln oder fotografierten das mit dem Handy.WP_20140801_18_20_26_Pro

Sven Lager sagt dazu: „Das entscheidende passiert nicht drinnen, sondern draußen auf der Straße. Da entstehen die Kontakte.“

Kein Wunder, dass unsere Gedanken bald nicht mehr nur an der Ecke Solms-/Fürbringer-Str. sind, sondern mit Übertragungsmöglichkeiten beschäftigt.

Denn Buyu-Bäume wachsen überall. Nicht nur in Afrika und Kreuzberg. Man muss sie nur pflanzen!

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Werkstatt für Himmlische Gesellschaft

Wir haben uns in der „Mokkabar“ an der Gneisenaustraße zum Lunch verabredet. Sven Lager erwartet uns auf dem Bürgersteig neben seinem Fahrrad. Aus den Zeitungsartikeln mit Fotos konnte ich nicht erkennen, dass er mich wie mein Kollege Andreas Schlamm gefühlt um Haupteslänge überragt. Im ersten Moment fühle ich mich richtig klein, wie ich so zwischen den beiden stehe. Dabei führt uns ein ganz anderer Gedanke und gemeinsames Anliegen zusammen: Menschen, die sich vielleicht klein fühlen, groß zu machen. Menschen die Erfahrung zu ermöglichen, wie viel sie wert sind, was für wunderbare Gaben sie haben, und was sich alles verändert, wenn sie diese Gaben mit anderen teilen. Weiterlesen