Archiv für den Monat Dezember 2014

„… sah ich goldene Lichtlein sitzen“

Weihnachtszeit – Lichterzeit. Auch in Berlin  leuchtet, glitzert, blinkt und scheint es allüberall.

Und es ist schon interessant, wenn man sich mal genauer anschaut, was da in Einkaufszentren, im Hauptbahnhof, in Fenstern, an Balkonen und in Vorgärten so alles aufgehängt und aufgestellt wird.

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Ist doch merkwürdig, dieser Trend zu den vielen kleinen Lichtchen. Denn es ist ja nicht so, als ob wir nicht genug Beleuchtung hätten in unseren Städten, als ob es uns an Kunstlicht mangeln würde. Im Dunkeln sitzen wir höchsten mal bei totalem Stromausfall. Und das kommt zum Glück bei uns so gut wie nie vor.

In dem Bedürfnis nach besonderer weihnachtlicher Beleuchtung spiegelt sich eine tiefe Sehnsucht wieder, die vermutlich kaum bewusst ist. Was steckt eigentlich dahinter, dass uns die kleinen Lichtlein im Dunkeln, dass uns elektrische und erst recht lebendige Kerzen irgendwie innerlich berühren? Das ist ja etwas völlig anderes als helle, raumfüllende Ausleuchtung. Nein, es sind die schwachen, zerbrechlichen Lichtlein, die mit ihrer kleinen Kraft doch die schier übermächtige Dunkelheit warm durchdringen. IMG_6282Gegenüber einer grellen Neonbeleuchtung ist Kerzenlicht ein weiches Licht mit dem Nimbus des Geheimnisvollen, Warmen, Liebevollen. Da sehen wir mit einem milden Auge auf unsere oft so harte Realität. Und die Nächte unseres Lebens werden irgendwie verzaubert.

Die Nacht ist seit alters her angstbesetzt. Kinder haben Angst vor der Nacht, vor der Dunkelheit, in der sie sich alleingelassen fühlen. Sie haben Angst vor den Träumen, in denen manchmal Bären und Hunde, Schlangen und Löwen auftauchen und sie bedrohen. Sie brauchen daher Gute-Nacht-Rituale, um die Angst vor dem Unbekannten und Bedrohlichen der Nacht zu bannen. In der Antike hatte man Angst vor dem Bösen, das in der Nacht umherschleicht, vor Räubern und Wegelagerern, vor Dämonen, die Nachts in den Träumen ihr Unwesen treiben. Mehr noch: In der Nacht traute man seinem eigenen Herzen nicht. Da fürchtete man sich davor, dass die Dämonen das Herz besetzen und einen zu Taten drängen, deren man sich am Tag schämen würde.

Die Germanen hatten vor allem in den zwölf Rauhnächten zwischen dem 25. Dezember und dem 6. Januar Angst vor dem wilden Heer Wodans, das durch die Wälder stürmte, vor den Toten, die umgingen, und vor allerhand unberechenbaren Mächten, die ihr Unwesen trieben.

Heute können wir durch Knopfdruck die Nacht zum hellen Tag werden lassen. Aber dennoch steckt auch in uns noch die Angst vor der Dunkelheit der Nacht. Wer nachts wachliegt, dessen Gedanken drehen sich im Kreis und ziehen nach unten. Die Nacht ist immer auch ein Symbol. Da sagt jemand, um ihn herum sei nur Nacht. Sein Leben sei ihm zusammengebrochen, alles sei sinnlos. Die Nacht steht für die Depression, in die Menschen immer wieder geraten. Auf einmal wird es dunkel wie in einem Tunnel. Man fühlt sich wie gelähmt. Alles ist schwarz, leer sinnlos.

Gerade weil die Nacht etwas so Gefährliches und Bedrohliches ist, haben die Menschen seit jeher versucht, die Nächte in etwas Heiliges zu verwandeln. Schon die Germanen kannten die geweihten, die heiligen Nächte. Für sie waren es die Mittwinternächte. Mitten im Winter, wenn die Nächte am längsten dauern, haben sie die Nacht den Göttern geweiht, haben sie sie heilig gemacht. In den zwölf „Rauhnächten“ haben sie ihre Häuser und Höfe mit Amuletten, Räucherwerk und Beschwörung zu schützen gesucht. Und sie haben die Götter gebeten, sie sollten die gefährlichen Nächte heilen, so dass sie nicht mehr Unglück bringen, sondern Heil, Glück, Gesundheit, Rettung. Das deutsche Wort „heilig“ meint nicht nur heil und ganz, sondern geht vermutlich auf die Vorstellungsinhalte von „Zauber, günstiges Vorzeichen, Glück“ zurück. Wenn man die Nächte weihte, wollte man sie verzaubern, dass sie Glück bringen.

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Den Christen im germanischen Raum fiel es nicht schwer, die biblische Botschaft von der Geburt Christi, von der Geburt des Wunder-Rates, Gott-Heldes, Ewig-Vaters und Friede-Fürsten für ihre Nachbarn zu übersetzen. Wenn Christus mitten in der Nacht geboren wird, dann wird unsere Nacht wirklich verzaubert, dann wird sie zu einer glückbringenden Nacht, zu einer „Weihe-Nacht“. Weil die Christen damals ihre Weihnachtsbotschaft bewußt in die Angst der Germanen vor den Rauhnächten hineingesprochen haben, haben sie die germanische Seele tief berührt. Deshalb ist verständlich, wenn im germanischen Bereich Weihnachten sich tiefer in die Herzen eingegraben hat als Ostern, das doch das höchste christliche Fest ist. Das Bild der einen „Weihe-Nacht“ in der Jesus Christus geboren wurde, in der er als das Licht der Welt in die Dunkelheit kam, war die befreiende Antwort auf die Angst der Germanen vor ihren dämonischen Nächten. Was für eine Befreiung.- Sie brauchten nicht mehr selbst mit Aufbietung aller erdenklicher Rituale ihre Nächte zu verzaubern, das Dunkle zu bannen und das Glück herbei zu beschwören. Christus hat ihre Nacht verwandelt, der „Heil und Leben mit sich bringt“.

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Und damit komme ich wieder zu den Lichterketten  und -sternen, den Wachskerzen, den elektrischen Kerzen, und all den anderen Formen und familiären Ritualen, mit denen wir modernen „Germanen“ versuchen, mit Aufbietung aller unserer Kräfte Licht in unsere Nächte zu bringen und die Weihnachtstage zu verzaubern. Denn gleicht nicht vieles von dem, was wir in diesen Tagen tun, den verzweifelt hilflosen Versuchen unserer Vorfahren, das Unglück von ihren Häusern zu verbannen, den Ungeist auszutreiben und wenigstens eine Spur von Glück zu erhaschen?

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Am 24./25.12., in der Weihe-Nacht feiern wir den neuen Anfang mit diesem Kind, das unsere Nächte lichtet, den neuen Anfang mit diesem Licht der Welt, das uns nicht bloß stellt, sondern wärmt und von innen her erleuchtet. Und wir sind eingeladen, unseren ganzen weihnachtlichen Hokuspokus beiseite zu legen und uns ganz auf Christus zu konzentrieren, ihn in unsere Häuser, in unser Leben, in unsere Herzen, in die Mitte unserer Existenz zu rufen, damit er die Nacht in uns, in unserem Leben, in unseren Häusern verzaubern kann.

(Auf diese Gedanken bin ich gekommen durch das Büchlein von Jörg Zink: Zwölf Nächte).

WP_20141221_16_17_20_ProNun noch ein paar kurze Einblicke in unsere weihnachtliche Arbeit bei der Berliner Stadtmission. Wie schon in den zurückliegenden Jahren gestalten wir am Heiligen Abend um 22 Uhr im Hauptbahnhof unter diesem mehr oder weniger schönen, jedenfalls riesigen Weihnachtsbaum einen offenen Gottesdienst – nicht nur für Reisende. Thema: „Gott kommt zum Zuge“. Layout 1Diesmal singen wir mit dem Flashmob-Chor drei Titel von unserer CD „Unsre Stadt Berlin Berlin“, und – mit einem Gitarristen zusammen – bin ich für die Liedbegleitung zuständig. Das Flashmobvideo haben übrigens zur Zeit schon über 65.000 Menschen angeschaut. (Hier nochmal der link: http://www.berliner-stadtmission.de/aktuelles/gloria-das-flashmob-video-ist-da/2471d65518cacdd680956ee6102eded4 )

Die Traglufthalle für Flüchtlinge ist –  wie schon seit drei Wochen – bis auf den letzten Platz und manchmal darüber hinaus gefüllt. Eine riesige Herausforderung und kaum zu leistende Arbeit für das eigentlich zu kleine Team (das natürlich an Weihnachten nochmal vorübergehend geschrumpft ist.) Allerdings tauchen auch immer mal wieder unverhofft Ehrenamtliche auf, die mit anpacken. Da muss ständig improvisiert werden.

Genau wie an Heilig Abend in der Bahnhofsmission Zoo. Was da so alles abgeht und was man dabei für Diakonie insgesamt lernen kann, haben der Leiter der Bahnhofsmission Dieter Puhl und ich in einem Artikel für „Unsere Kirche“ erzählt: Niemand soll frieren (Unsere Kirche 2014-51-52)  (Ich finde, der Text eignet sich auch zum Vorlesen unter dem Weihnachtsbaum).

Und so wünsche ich Euch ein gesegnetes Weihnachtsfest, an dem ihr dem menschgewordenen „Gott auf Augenhöhe“ begegnet.

 

 

 

 

 

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Eine Woche voller Höhepunkte

Wie viele besondere Ereignisse, wie viele Highlights passen in eine Woche?

Die zurückliegende war jedenfalls für die Berliner Stadtmission so voll, dass es kaum zu glauben ist; und das jeweils mit hohem öffentlichen Interesse. Allein am Samstagabend kam unsere Arbeit in der Abendschau des RBB (Radio Berlin Brandenburg) gleich zweimal vor und rahmten sozusagen die Fernsehsendung. Aber der Reihe nach:

WP_20141124_10_07_01_ProGleich am Montag ging es los mit der Eröffnung der großartigen und bewegenden Fotoausstellung „Die Unsichtbaren“ im Hauptbahnhof. Obdachlose Gäste unserer Bahnhofmission am Zoo sind darin mit einfühlsamen Fotos und eindrücklichen Geschichten protraitiert worden. Zur Ausstellung gibt es auch einen entsprechenden Bildband.

Das Ganze wurde (mal wieder) finanziell in erheblichem Maße von der Deutschen-Bahn-Stiftung WP_20141124_10_08_00_Prounterstützt. Und so ließ es sich Bahnchef Grube auch nicht nehmen, bei der großen Vernissage mit Presse, Fernsehen und vielen Gästen eine Laudatio zu halten auf die Arbeit der Bahnhofsmission und der vielen Freiwilligen auch von der Bahn, die das Thema Obdachlosigkeit nicht verdrängen, sondern mit Herz annehmen.

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Weiter ging es schon am Montagabend, wenn auch nicht mit einer eigenen Veranstaltung, aber doch einem wichtigen „networking-Termin“: Die Eröffnungsfeier der „Wertestarter“, einer Stiftung zur Förderung christlicher Werte, ins Leben gerufen von dem namhaften Unternehmer Friedhelm Loh:WP_20141124_15_22_48_Pro WP_20141124_15_17_00_Pro

Im Zentrum steht dabei die Förderung von Bildungsprogrammen für benachteiligte Kinder und Jugendliche, vor allem auch solche, die sonst keine Möglichkeit hätten, den christlichen Glauben kennenzulernen. Wie sehr aber wird unsere Gesellschaft in Zukunft junge Menschen brauchen, die gelernt haben, sich in einer optionalen Welt der 1000 Wahlmöglichkeiten (jedenfalls theoretisch) mit geklärten Kriterien zu bewegen und Verantwortung zu übernehmen.

Ganz bewegend: Der Auftritt der Kinder- und Jugend Gruppe von der „blue:box berlin“, wo ebensolche Kinder gefördert, ermutigt und aufgebaut werden: „Du kannst, wenn du nur willst!“

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Der Dienstagvormittag begann dann damit, dass die gesamte Belegschaft unseres Zentrums am Hauptbahnhof („ZaH“ – Lehrterstraße 68), also die Mitarbeitenden der Geschäftsstelle und der Einrichtungen zur anderen Seite des Poststadions pilgerten, wo inzwischen die beiden Traglufthallen unserer Notunterkunft für Flüchtlinge aufgebaut sind.

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WP_20141125_10_05_45_ProDort, zwischen den schon fertigen 6-Personen-Kabinen und dem noch nicht fertig aufgebauten Begegnungsbereich, haben wir unsere wöchentliche Mitarbeiterandacht „Glocke“ gefeiert. Das war schon bewegend, als das bunte Team dieses Projektes vorgestellt und eingesegnet wurde: Fast so bunt, wie die Menschen, die hier für kurze Zeit unterkommen.

Christiane hat ja mit einer halben Stelle die stellvertretende Leitung. Wie alle anderen  – und die Mitarbeitenden der Liegenschaftsabteilung schon seit Anfang November – gab es für sie die ganze Woche ohne Ende Arbeit: Hier musste ja das Rad wirklich neu erfunden werden, weil es so etwas – mindestens in Berlin – noch nicht gibt: Eine Flüchtlings-Notunterkunft mit sozialer und pädagogischer Betreuung, mit Winterspielplatz für die Kinder, Bistrotischen zum Zusammensitzen, Reden oder Spielen usw. Ich kann jetzt nicht in die Einzelheiten gehen. So konnten die ersten Flüchtlinge erst am Freitag aufgenommen werden. Aber die Freigabe seitens der Stadt erfolgte da auch erst.

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Vorher, nämlich am Donnerstag, gab es das nächste Highlight: Die Eröffnung unseres neuen „Komm & Sieh“-Ladens in den Wilmersdorfer Arcaden: Vintage und upcicling-Produkte (also Stilvolle Kleidung aus den 60er und 70er Jahren und aus Altkleidung hergestellte Designerprodukte unseres „water to whine“-Teams). Das Besondere an unseren „Komm & Sieh“-Läden ist zudem, das sie einen gGmbH – Integrationsbetrieb darstellen, in dem Menschen eine Arbeit und Aufgabe bekommen, die im Ersten Arbeitsmarkt mindestens zunächst keine Chance hätten. Mal schauen, ob der Laden hier in einer typisch stylischen Einkaufs-Arkade wirklich Fuß fassen kann. Aber einen Versuch ist es wert.

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Am Freitag wurde dann die Traglufthalle mit der Flüchtlings-Notunterkunft geöffnet. Zunächst kamen aber erst mal alle möglichen Berliner Polit-Promis und staunten darüber, wie wohnlich man so ein Ding einrichten kann.

Foto: Team Traglufthalle

Ein heller, freundlicher Raum Foto: Team Traglufthalle

Foto: Team Traglufthalle
Kinderspielfläche Foto:  Team Traglufthalle
Foto: Team Traglufthalle

Bistrotische zum Reden und Spielen                               Foto: Team Traglufthalle

 

 

 

Foto: Team Traglufthalle

Sofaecke zum Entspannen Foto: Team Traglufthalle

 

 

 

 

 

 

Am Nachmittag kamen dann auch die ersten Flüchtlinge. Zum Glück noch nicht der Riesenansturm, weil sich ganz viele Dinge erst noch einspielen müssen. Je nach Herkunft ist es z.B. für die „Gäste“ eine Selbstverständlichkeit, ihre Betten selbst zu beziehen und wieder abzuziehen (ordentlich und gefaltet) – oder sie haben so etwas noch nie gesehen und sammeln sich in der kühlen Nacht einfach alle möglichen unbezogenen Decken zusammen.

Einer ist am Arm verletzt. Die Wunde ist seit zwei Wochen Flucht nicht versorgt worden. Dann eine alleinerziehende Mutter aus Afrika. Das jüngste der drei Kinder unmittelbar nach der Ankunft in Berlin geboren…

Schon die ersten Beispiele sprechen Bände. Im Laufe der jetzigen Woche aber  wird die Halle wohl voll werden.

Angesichts unserer wachsenden Detail-Kenntnisse über die Flüchtlinge, die jetzt in Deutschland ankommen, wächst das Kopfschütteln und der Ärger über den Anteil in der Bevölkerung, der ernsthaft meint, die Politik sollte uns das Problem vom Hals halten. Mit jedem „Ich hab nichts gegen Flüchtlinge, aber…“ offenbart sich eine Unkenntnis, ein Desinteresse und ein Egoismus, der zum Himmel schreit. Die wirkliche Bedrohung für Deutschland sind doch nicht etwa die Flüchtlinge aus Syrien, Irak, Afghanistan, Zentralafrika…, von denen viele gebildete Menschen mit Kultur und Bildung sind. Die wirkliche Bedrohung stellen die dar, die die mühsam gewonnenen Werte wie Freiheit und Menschenwürde mit ihren Springerstiefeln in den Schmutz treten, oder schlipstragend mit unsäglich dummem Geschwafel aufs Spiel setzen. Von Dietrich Bonhoeffer stammt der Satz, dass Dummheit „nicht wesentlich ein intellektueller, sondern ein menschlicher Defekt ist.“

Zurück zur vergangenen Woche: Am Samstag früh kam dann auch das Fernsehen hierher, um zu berichten. Unsere Chefin der Öffentlichkeitsarbeit, Ortrud Wohlwend, hat das Kamerateam dann gleich danach in die Kaufhof Galeria am Alexander Platz geschickt. Denn da haben wir um 13.00 und 14.00 Uhr unseren vorweihnachtlichen Musik-Flashmob aufgeführt:

WP_20141129_14_13_46_ProPlötzlich ertönt aus einem Lautsprecher Instrumentalmusik und einige Frauen auf der Rolltreppe von der 3. hinunter in die 2. Etage beginnen zu singen. „Hörst du, wie die Engel singen? In dem Lärm der lauten Stadt singen sie von großen Dingen, die die Stadt vergessen hat. Gloria in excelsis Deo.“ Bei der nächsten Strophe tauchen plötzlich singende Männer auf, die gerade noch nach Hemden oder Sakkos geschaut hatten. Es werden immer mehr, und schließlich schallen vom Lichthof-Geländer im 3. Stock die Klänge von Blechbäsern (Mitglieder des Stadtmissions-Posaunenchors in Friedrichshagen). Unzählige Handies werden in die Luft gehalten, viele Menschen wippen mit oder stimmen sogar in den Refrain ein. Ab Ende begeisterter Applaus.

Das Ganze haben wir übrigens 4 mal gemacht, und aus allen Durchgängen sowie der Tonspur der CD hat Martin Buchholz mit seinem Team ein tolles Musikvideo erstellt, das ab heute Nachmittag (3.12.) auf YouTube zu sehen ist:

http://youtu.be/pSEdQGGjB8Y

Die zugehörige CD ist auch rechtzeitig fertig WP_20141129_17_16_38_Pro ausschnittgeworden mit insgesamt drei Songs von Martin Buchholz (arrangiert und aufgenommen von Helmut Jost) und als viertem Titel meinem neuen Lied zum Leitbild der Stadtmission (arrangiert und aufgenommen von Andreas Rehbein in Köln). „Suchet das Beste, das Beste der Stadt“. Alle Titel gibt´s in der Vollversion und als Playback zum selber Singen, zuhause oder in der Gemeinde.

 

Der letzte Höhepunkt der Woche fand am Sonntag statt mit dem Fusionsgottesdienst der Gemeinden Blankenburg und Karow. Vorausgegangen war ein Fußmarsch einer Gruppe von Blankenburg (wo in Zukunft keine Gottesdienste mehr sind), dem eine Gruppe aus Karow entgegenging, um sich in der Mitte zu treffen. Ein symbolischer Akt, der aber viel von dem widerspiegelt, was hier in den vergangenen Monaten miteinander gelungen ist.

So kann man aufeinander zugehen!

So kann man aufeinander zugehen!

Mit meinen Kölner Fusionserfahrungen konnte ich da ganz gut unterstützen und ermutigen. So wurde dieser Beginn des neuen Kirchenjahres auf dem Gemeindehof Karow zu einem wunderschönen Gemeindefest. Und ich bin ziemlich sicher, dass diese vereinigte Gemeinde (noch mehr) zu einem Leuchtturm im Berliner Nordosten wird mit Ausstrahlung bis nach Brandenburg.

Stefen Seidel, als Stadtmissionar neu in dieser Gemeinde, und seine Frau

Stefen Seidel, als Stadtmissionar neu in dieser Gemeinde, und seine Frau

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Allerdings läuft auch bei uns nicht alles so erfreulich. Und manches scheitert auch kläglich. So mussten wir einen Sonntag vorher (am Totensonntag) die Gemeinde Neukölln in der Lenaustraße „beerdigen“. Trotz mancherlei Bemühungen der kleinen, unglaublich treuen Restgruppe in der Lenaustraße war die Möglichkeit eines „Wiederbelebens“ nicht mehr in Reichweite. Manches war da in der Vergangenheit wohl schief gelaufen, auch durch  dysfunktionale Konzepte für das gesamte Gebäude und halbherzige Maßnahmen. Aber es war wohl auch noch nicht der richtige Zeitpunkt. Für die, die bis zuletzt ausgeharrt und sich eingesetzt haben, schon bitter. Aber manchmal muss man auch Arbeitsformen begraben, damit etwas Neues entstehen kann. Und daran arbeiten wir jetzt. In der Hoffnung, dass auch hier im nächsten Jahr wieder Neues wächst und Gottes Segen erfahrbar wird. Aber halt in ganz anderer Form als bisher.

Ihr seht, bei all dem, was sehr schön ist: Hier wird auch nur mit Wasser gekocht. Und der Himmel kommt nur sehr punktuell auf der Erde.

Aber der Auftrag des Advents soll unseren Einsatz prägen, auch wenn wir mit manchem scheitern: „Bereitet dem Herrn den Weg“.

In diesem Sinne eine gesegnete Adventszeit.