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Bunter geht Herbst nicht!

Ihr werdet Euch vielleicht schon gewundert haben, dass auf dieser Frequenz so lange Funkstille war. Es lag schlicht daran, dass dieser Herbst für mich dermaßen bunt und gefüllt war, dass ich nicht dazu gekommen bin, mal wieder Blog zu schreiben. Ja, ich kriege es aus dem Kopf auch kaum noch zusammen, zu welchen Anlässen ich außerhalb von Berlin unterwegs war:

Ende September:
Vorstand und Mitgliederversammlung des Gnadauer Verbandes in Bensheim/Bergstraße.

Urlaub im Harz (das Titelfoto habe ich in Quedlinburg aufgenommen) und in Weimar, wo wir eingetaucht sind ins Herz klassischer deutscher Kultur – was für ein Reichtum, an dem wir auch „Neulingen“ in Deutschland Anteil geben können. Wie universal und völkerverständigend hat ein Goethe bereits gedacht.Blog 36-4 Blog 36-3

(Wie beeindruckend auch, vor den Original-Bildern und Skulpturen zu stehen, die ich schon aus Schulbüchern kenne)

12. Oktober:
Fahrt zur Verleihung des Deutschen Architekturpreises für die kölner Immanuel-Kirche nach Hannover ins Schloss Herrenhaus:

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Das hatte schon was: An der Spitze eines Auswahlverfahrens unter 160 vorgeschlagenen Projekten zu landen. Aber wirklich zu Tränen gerührt war ich, als Professor Sauerbruch nachher im kleinen Kreis zu Christiane Friedrich (Presbyteriumsvorsitzende in der Brückenschlag-Gemeinde in Köln) und mir sagte, dass er das Preisgeld in Höhe von 25.000 € je zur Hälfte an die Gemeinde in Stammheim/Flittard und für meine Arbeit bei der Stadtmission spenden wolle. Auch an dieser Stelle ein ganz herzlicher Dank dafür!

Ende Oktober sind wir zunächst ein Wochenende zum 93. Geburtstag meiner Mutter in den „Westen der Republik“ gereist.

Und kurz vor dem Monatswechsel war ich nochmal dienstlich in Kassel – Treffen des Gnadauer Vorstandes mit Vertretern der EKD – und Marburg -Treffen mit den Dozenten der Theologischen Hochschule Tabor, weil wir in Berlin in Kooperation mit Tabor einen neuen Bachelor Studiengang gründen wollen, in dem theologisch- und gemeinwesen-kompetente Gründer von „Neuen Evangelischen Orten“ (NEOs) ausgebildet werden. (Die Idee, solchen Projekten anstelle des englischen „fresh-X“ einen schönen und sinnvoll abkürzbaren Namen zu geben, stammt von meinem Kollegen Andreas Schlamm). Aber natürlich wird der Studiengang nicht nur zu Neugründungen sondern zur Transformation bestehender Arbeit befähigen – ganz im Sinne des Gnadauer Programms „Neues wagen“.

Vorige Woche waren wir dann noch mit der Erweiterten Konvent der Berliner Stadtmission (also auch alle Einrichtungs- und Projektleiter) zu einer dreitägigen Klausur in unserem Luther-Hotel in Wittenberg. Hier der Blick aus meinem (fliegenvergitterten) Hotelfenster auf die Stadtkirche und zwei Fotos aus dem Lutherhaus, einem anderen Herzstück der deutschen Kultur, dessen Besuch bei mir ähnliche Gefühle und Gedanken auslöste, wie Weimar.

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Dieser Spruch von Martin Luther markiert nun zugleich ein hochaktuelles Thema. Denn einerseits ist völlig klar, dass die Kirche es überaus dringend braucht, sich aus ihren Mauern und Scheuklappen nach draußen zu begeben mitten hinein ins Leben, in die Alltagskultur, und das heißt in die kreative Avantgard genauso wie in die „Raucherecken“, in die Plattenbauten wie in die Flüchtlingshallen. Also „Inkulturation“.

Aber das doch immer so, dass zugleich deutlich wird, inwiefern eine von Jesus her geprägte „Denke“ nochmal ganz andere Perspektiven einbringt. Also „Kulturkritik“.

In der Flüchtlingsarbeit z.B.: Der Staat und die politisch eher links geprägten Engagierten würden am liebsten Religion ganz ausklammern (auch die innerhalb der Kirche). PEGIDA und ähnlich gelagerte evangelisch-rechtskonservative nutzen jede Gelegenheit, den Islam vollkommen undifferenziert zu dämonisieren. Und leider gibt es auch bereits respektlose und manipulative Missionierungsversuche, die dem Geist Jesu widersprechen.

Aber „Wo Christus ist, geht er allezeit wider den Strom.“ Man könnte auch sagen: Setzt er sich zwischen alle Stühle. Und genau daran arbeiten wir auch als Berliner Stadtmission fleißig:

Denen, die in den Notunterkünften schon direkt und ungebeten arabische Bibeln verteilen wollen, erteilen wir eine Absage. Zugleich arbeiten wir daran, wie alle Neuankömmlinge in offener Weise kennenlernen „wie Deutschland“ tickt – und das bedeutet natürlich, wie stark das Land aus dem christlichen Glauben heraus geprägt ist und was christlicher Glaube heute bedeutet. 90 % derer, die zu uns kommen, sind religiöse Menschen. Wie verantwortungslos wäre es, dieses Thema zu tabuisieren. Denn erst, wenn wir miteinander darüber ins Gespräch kommen, statt auszublenden oder überzustülpen, kann es gelingen, dass Frieden untereinander wächst und die Flüchtlinge etwas lernen, dass sie zuhause nie haben lernen können: Dass Versöhnung, dass Frieden zwischen Unterschiedlichen möglich ist. Und – oft nicht zu Ende gedacht – suchen sie doch auch deshalb gerade bei uns Zuflucht. Aber wir müssen ihnen beibringen, wie das gelingen kann – sofern wir selbst dazu in der Lage sind. „Wo Christus ist“, sind wir dazu in der Lage. Denn „die Liebe treibt die Furcht aus“.

Zurück zur Berliner Stadtmission:

Vor vier Wochen haben wir – mal wieder in einer unvergleichlichen Hauruck-Aktion – die Trägerschaft für eine neue Flüchtlingsnotunterkunft übernommen: Diesmal im Norden von Spandau in leerstehenden Industriehallen und für eintausend bis eintausendfünfhundert Flüchtlinge.

Leider sind wir – abgesehn von der Schwierigkeit innerhalb weniger Wochen mindestens 60 geeignete Personen für die Arbeit einzustellen –  dort in der Zwickmühle, dass wir die notwendigen Einbauten nicht selbst vornehmen dürfen, sondern das Berliner Immobilienmanagement im Auftrag des LaGeSo (Landesamt) dafür sorgen muss. Man muss leider mal wieder sagen: Wo Berlin drauf steht, ist auch Berin drin :-(.

Dementsprechend sind die sanitären Anlagen auch nach vier Wochen noch unverändert… – ich will nicht zu viel sagen. Auch alles andere, was unseren Standards entspricht und zugesagt wurde, fehlt immer noch. Eine sehr schwierige Situation. Aber mal wieder mit unfassbar engagierten Mitarbeitenden und bereits Hunderten von Freiwilligen. Sonst ginge es gar nicht. Hier ein paar ganz nette Fotos:

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Rund ums Thema Frieden drehte sich auch das große und wunderbar multikulturelle Friedensfest (mit vielen Partnern aus der Straße) vor unserer St. Lukaskirche am 4.10.:

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Friedensfest in der Bernburgerstraße

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Vereinigte Chöre – einschließlich Gebärdenchor der Gehörlosengemeinde (im Foto rechts)

 

 

 

 

 

 

 

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Auf den Spuren von Krieg und Frieden waren wir auch am vorigen Sonntag bei unserer Wanderung durch die Döberitzer Heide, westlich von Spandau . Wahrscheinlich lösen die nächsten beiden Fotos bei euch ähnlich merkwürdige Gefühle aus, wie bei uns.

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Den Bericht über einen Herbst, wie er bunter nicht sein kann, möchte ich aber nun schließen mit ein paar einfach nur schönen Berlinfotos (die letzten beiden von unserm Treppenhaus  bzw. Balkon):

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Refugio eröffnet!

Mit einem tollen Fest haben wir gestern das Sharehaus Refugio der Berliner Stadtmission in Neukölln eingeweiht.

Hausteam und Bewohner unter Leitung von Sven Lager hatten sich in den letzten zwei Wochen nochmal so richtig ins Zeug gelegt. Die Treppenhäuser wurden entrümpelt, das Refugio-Logo angebracht und auch das in Eigenleistung gezimmerte Refugio-Café ist fertig geworden.

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Da ging es schon eine Stunde vor dem Gottesdienst hoch her. Mit gestifteten Kuchen und kunstvoll gefertigten Heißgetränken (Andy Romeike, unser Café-Chef, ist immerhin gelernter Barrista).

Andy Romeike (2.v.r.) mit seinem Team

Andy Romeike (2.v.r.) mit seinem Team

Zusammen mit dem Kreuzbergprojekt einer jungen FEG-Gemeindegründung, die seit einem Jahr das Haus nutzt und mit dem wir jetzt kooperieren, wurde der Gottesdienst eine sehr lebendige Angelegenheit. Da reichten die Plätze im Kirchensaal bei weitem nicht. Und parallel dazu war das Café die ganze Zeit auch noch ausgelastet.

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Meine schöne Aufgabe war die Eröffnungspredigt, die ich Euch hier vollständig einfüge, verknüpft mit Fotos vom Eröffnungstag. So bekommt Ihr nicht nur einen Eindruck von dem tollen Fest, sondern auch von der „Denke“, die uns dabei bewegt.

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Predigt im Einweihungsgottesdienst des Sharehaus Refugio 20.9.2015

Liebe Refugioeröffnungsgemeinde,

d.h. liebe Bewohner – einheimische und geflüchtete. Liebe Mitarbeitende – berufliche und ehrenamtliche. Liebe Stadtmissionsleute und Kreuzbergprojektler. Liebe Freunde, Unterstützer und Nachbarn, Neuköllner, Kreuzberger und sonstige Berliner.

Allein diese Aufzählung zeigt schon, dass wir heute ein ganz besonderes Projekt feierlich eröffnen. Ein Projekt, das für alle Beteiligten etwas ganz Neues ist. Ein Projekt in dem wir versuchen, auf ganz viele spannende Herausforderungen unserer Zeit zu antworten. Nicht als Besserwisser, sondern als Menschen, die etwas wagen, sich Ziele setzen und gemeinsam Wege finden wollen. Die meisten von uns im Vertrauen auf den lebendigen Gott. Denn der ist brennend daran interessiert, dass es Versöhnung gibt und nicht Hass, Frieden und nicht Krieg, Vertrauen und nicht Misstrauen, Gastfreundschaft und nicht Vertreibung, Heilung und nicht Verletzung. Wie sehr er daran interessiert ist, hat er in Jesus von Nazareth gezeigt, der mit seinem Leben genau dafür eingetreten ist und seinen Kopf hingehalten hat.

Als Sven Lager im vorigen Jahr in Kreuzberg das erste Sharehaus bei der Berliner Stadtmission als Versuchsballon startete, gab er ihm irgendwann den Untertitel: „Werkstatt für himmlische Gesellschaft.“ Und diesen Titel wollen wir uns jetzt im Refugio erst recht auf die Fahnen schreiben. „Werkstatt für himmlische Gesellschaft.“ Aber was soll man sich darunter vorstellen? Wie sich die Bibel solch eine himmlische Gesellschaft vorstellt, können wir im letzten Buch der Bibel lesen. Und vielleicht schon beim Zuhören oder Mitlesen ahnen, wieviel das mit unserem Leben hier und jetzt zu tun hat.

Offenbarung 21
1 Danach sah ich einen neuen Himmel und eine neue Erde. Der frühere Himmel und die frühere Erde waren vergangen; auch das Meer gab es nicht mehr. 2 Ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, schön wie eine Braut, die sich für ihren Bräutigam geschmückt hat. 3 Und vom Thron her hörte ich eine mächtige Stimme rufen: »Seht, die Wohnung Gottes ist jetzt bei den Menschen! Gott wird in ihrer Mitte wohnen; sie werden sein Volk sein – ein Volk aus vielen Völkern, und er selbst, ihr Gott, wird immer bei ihnen sein. 4 Er wird alle ihre Tränen abwischen. Es wird keinen Tod mehr geben, kein Leid und keine Schmerzen, und es werden keine Angstschreie mehr zu hören sein. Denn was früher war, ist vergangen.« (…)

22 Einen Tempel sah ich nicht in der Stadt. Der Herr selbst, der allmächtige Gott, ist ihr Tempel, er und das Lamm. 23 Auch sind weder Sonne noch Mond nötig, um der Stadt Licht zu geben. Sie wird von der Herrlichkeit Gottes erhellt; das Licht, das ihr leuchtet, ist das Lamm. 24 Die Völker werden in dem Licht leben, das von der Stadt ausgeht, und von überall auf der Erde werden die Könige kommen und ihren Reichtum in die Stadt bringen. 25 Die Tore der Stadt werden den ganzen Tag geöffnet sein; mehr noch: Weil es dort keine Nacht gibt, werden sie überhaupt nie geschlossen. 26 Die herrlichsten Schätze und Kostbarkeiten der Völker werden in die Stadt gebracht. 27 Aber etwas Unreines wird dort niemals Einlass finden.     (Neue Genfer Übersetzung)

 Eine Werkstatt für himmlische Gesellschaft sollte ja wohl wahrscheinlich Dinge entwickeln, die jetzt schon etwas vom Himmel sichtbar machen. Deshalb will ich kurz vier „Produkte“ der Werkstatt beschreiben, die sich aus der Beschreibung der himmlischen Gesellschaft in der Johannesoffenbarung ergeben.

Sonnenuntergang auf dem Refugiodach

Sonnenuntergang auf dem Refugiodach

1. Das erste verblüffende „Produkt“ ist, dass Gott offenbar überhaupt kein Interesse hat an einem Himmel, der mit der Erde nichts mehr zu tun hat, einen Himmel, der nur als ewige Belohnung auf die Gerechten wartet. Da will Gott überhaupt nicht wohnen. Sondern er zieht um, höchst persönlich: Vom Himmel auf die Erde. »Seht, die Wohnung Gottes ist jetzt bei den Menschen! Gott wird in ihrer Mitte wohnen; sie werden sein Volk sein. «

Genau durch diesen Umzug Gottes wird die Erde rundum erneuert. Am Ende der Zeiten. Blog 35-9Und zwar endgültig. Aber damit bringt er ja nur zu Ende, was er längst schon angefangen hat. Einer der Berichte über Jesus, das Johannesevangelium, sagt: In Jesus ist Gottes Wort schon in die Welt gekommen und „wohnte unter uns.“

Wir merken: Himmlische Gesellschaft hat eine Menge damit zu tun, wo Gott wohnt. Und deshalb wünschen wir uns von Herzen, dass Gott auch hier im Refugio wohnt. Nein, eigentlich haben wir es in den zurückliegenden Wochen schon erleben dürfen, dass er das längst tut.

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Aber wer wohnt da denn noch?
Damit kommen wir zum

  1. „Produkt“. Wir lesen V 3 und 4: „Sie werden sein Volk sein – ein Volk aus vielen Völkern, und er selbst, ihr Gott, wird immer bei ihnen sein. 4 Er wird alle ihre Tränen abwischen. Es wird keinen Tod mehr geben, kein Leid und keine Schmerzen, und es werden keine Angstschreie mehr zu hören sein.“
Zimmernachbarn im Refugio

Zimmernachbarn im Refugio

Ein Volk aus vielen Völkern. Auch in diesem Sinne wollen und dürfen wir uns „Werkstatt für himmlische Gesellschaft“ nennen. Was diese Gesellschaft aber vor allen anderen auszeichnet, ist folgendes: Hier werden Traumata geheilt. Geschichten angehört, egal wie erschütternd sie sind. Familientragödien und Fluchtgeschichten. Geschichten von Chancenlosigkeit und Verzweiflung. Von Verfolgung und Gewalt. Da dürfen Tränen fließen und werden dann behutsam abgewischt. Und die Angst weicht – langsam aber sicher.

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Sven Lager (rechts) stellt einige Refugiobewohner vor

3. Produkt oder Merkmal der himmlischen Gesellschaft

„Einen Tempel sah ich nicht in der Stadt. Der Herr selbst, der allmächtige Gott, ist ihr Tempel, er und das Lamm.“ (V. 22):

Das ist eine hoch interessante Aussage. Der Tempel ist das Symbol für Religionen. Bei dem Stichwort denken viele direkt an Religionskriege. Leider zu Recht. Religionen können grausamen Unfrieden säen. Wenn jede darauf beharrt, allein recht zu haben.

Nach der Vorstellung der Bibel werden am Ende die Religionen abgeschafft. Und an die Stelle tritt eine unmittelbare Beziehung zum lebendigen Gott. Wir Christen können dabei nicht anders als an Jesus denken, dass Lamm Gottes, der mit seinem Leben und Sterben die grenzenlose Hingabe Gottes gezeigt hat. Jedenfalls wird dann keine Religion mehr nötig sein. – Wenn zum Refugio auch eine Art Stadtkloster gehört und Gottesdienste usw., dann nicht etwa, weil wir die christliche Religion anderen überstülpen wollten, sondern weil wir Raum schaffen wollen, in dem Menschen jetzt schon dem lebendigen Gott selbst begegnen können.

(4.) Ein letzter Punkt, was wir aus der Offenbarung als Werkstatt für himmlische Gesellschaft lernen können:

24 Die Völker werden in dem Licht leben, das von der Stadt ausgeht, und von überall auf der Erde werden die Könige kommen und ihren Reichtum in die Stadt bringen. 26 Die herrlichsten Schätze und Kostbarkeiten der Völker werden in die Stadt gebracht. 27 Aber etwas Unreines wird dort niemals Einlass finden.    

Alle Völker haben etwas einzubringen. Da wird auch nicht mehr in Hilfsbedürftige und Helfer eingeteilt, sondern jeder hat etwas beizusteuern in die himmlische Gesellschaft. Aber! Nicht alles hat dort Platz. Was die Gemeinschaft untereinander und mit Gott stört, bekommt da keinen Raum zur Entfaltung mehr: Das gehört da nicht hin. Darf nichts mehr kaputt machen.

Sharehaus Refugio, eine Werkstatt für himmlische Gesellschaft. Noch vieles muss sich da entwickeln. Aber hoffentlich wird genau das geschehen unter Gottes Segen.

Amen

_____________

Blog 35-14Im Anschluss an den Gottesdienst gab es arabisches Essen aus der Küche im vierten Stock – und dann interkulturelle live-Musik auf verschiedenen „Bühnen“, jeweils heftig umjubelt: z.B. die Singer-Songwriterin vom Kreuzbergprojekt, die auch den Gottesdienst mitgestaltet hatte.

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Und ganz besondere Begeisterung kam auf, als Jean Samara, unser erster Syrienflüchtling im Sharehaus 1 – ein begnadeter Musiker -, mit einer spontan zusammengestellten Musikgruppe syrische Lieder sang – und andere junge Syrer dazu klatschten, mitsangen, tanzten und übers ganze Gesicht strahlten. Was muss das für ein Gefühl sein, fern der zerstörten Heimat und nach unsäglicher Flucht so angekommen zu sein!Blog 35-12

Sharehaus Refugio. Ein bisher in Deutschland einzigartiges Projekt, wie RTL in seinem fast 6-minütigen Fernsehbeitrag vorige Woche feststellte.

Und für mich nach fast einjähriger intensiver Planungsarbeit ein echtes Erfolgserlebnis. Erst recht im Vergleich zu dem gespenstischen Ambiente, das hier noch vor drei Monaten in dem zum großen Teil leerstehenden düsteren Gebäude herrschte. Jetzt brummt das Haus vor Leben! Eine Werkstatt für himmlische Gesellschaft eben.