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Oper für Obdach II

Nach unserem ausgesprochen erfolgreichen Pilotprojekt im März (siehe meinen Blog vom März 2017) haben wir am 3. November die „Oper für Obdach“ ein zweites Mal im Berliner Hauptbahnhof aufgeführt . Genauer ein fünftes bis achtes Mal. Denn auch diesmal sind wir mit dem gut halbstündigen Programm der inszenierten Winterreise von Schubert (Plus Interviews) wieder alle zwei Stunden zwischen 11 und 17 Uhr aufgetreten. Und wieder konnten wir Tausende Menschen mit der Botschaft erreichen: „Lass dich berühren vom Leben anderer – und von der solidarischen Nähe Gottes.“ („Wunderlicher Alter, willst du mit mir gehn…“)

Im Vergleich zum Premierentag haben wir nochmal einiges verbessert. So war in Ulrich Pakusch diesmal der langjährige feste Pianist des Baritons Christoph von Weitzel dabei. Und im direkten Vergleich merkte man, dass die beiden einfach noch viel besser aufeinander eingespielt sind. Im Interview meinte Ulrich Pakusch übrigens auf den enormen Lärm im Hauptbahnhof angesprochen (sinngemäß): Ich finde den Aufführungsort perfekt. Die ganzen Geräusche sind gar keine Konkurrenz, sondern ergänzen den Klang. Besonders schön war das, als oben eine S-Bahn auf dem Ton D bremste, genau als ich den gleichen Ton auf dem Klavier spielte.

Und Christoph von Weitzel fühlte sich auch, wie er erzählte, bei diesem Durchgang deutlich wohler und konnte klarer unterscheiden, wann er als Sänger (bzw. Obdachloser) ganz konzentriert bei sich und in seiner Geschichte blieb –  und wann er bewusst mit dem Publikum kommunizierte. Letzteres z.B. bei der Strophe (aus dem Lied „Wegweiser“):

„Habe ja doch nichts begangen,
dass ich Menschen sollte scheu’n.
Welch ein törichtes Verlangen
treibt mich in die Wüstenei’n?“

Das Ganze wurde auch dadurch nochmal erleichtert, dass diesmal ein Mitarbeiter der Technikfirma den Sound machte, der selbst Musiker ist und von daher nochmal andere Feinheiten in den Klang brachte.

Aber auch an der Rezitation meiner Bibeltexte hatten wir nochmal gearbeitet. So dass ich nicht nur als Sprecher auf die Bühne getreten bin, sondern in die Szene rein gegangen und die Texte fast gespielt habe.
Dadurch wurde die enge Verflechtung noch deutlicher und viele Zuschauer noch stärker berührt.

Das wiederum haben die Mitarbeitenden der Stadtmission, die die Textflyer verteilten aufgreifen können. Denn beim ersten Mal waren das vor allem FSJler, diesmal aber in drei der vier Vorstellungen Seelsorger und Seelsorgerinnen, die dann direkt am Rande leise kurze Gespräche führen konnten und diese Chance sehr bewusst wahrgenommen haben.
Denn es geht uns ja nicht nur darum, auf die immer dramatischer werden Situation der Obdachlosen in Berlin aufmerksam zu machen, sondern eben auch biblische Inhalte im öffentlichen Raum so zu präsentieren, dass Menschen spüren und verstehen, dass es auch für sie relevant ist. Eben: „Ein Dach überm Kopf und ein Dach über der Seele.“

Dass an diesem Tag insgesamt fast 1200,- € an Spenden für die Kältehilfe zusammen gekommen sind, war dabei natürlich ein erfreulicher Nebeneffekt. (Wieder hatte ja die Deutsche Bahn die gesamten Kosten der Veranstaltung getragen.)

Auch diesmal hat unser „Artrejo“ Filmteam wieder bewegende Bilder eingefangen einen schönen Trailer erstellt, der nochmal andere Elemente als im März zeigt. Schaut ihn euch an.
Hier ist der Link: https://www.youtube.com/watch?v=mvupeKlKodM

Ich empfehle euch aber auch wärmstens die aktuellen Filmbeiträge rund um die Themen der Kältehilfe der Berliner Stadtmission:

 

  • über die Ambulanz für Obdachlose

  • oder aus dem vorigen Jahr den Film über unser Übergangshaus, der zugleich viele Hintergründe deutlich macht:

Im übrigen sind wir angefragt worden, die Oper für Obdach auch im Münchener Hauptbahnhof voraussichtlich Ende Februar 2018 aufzuführen. Mal schaun, ob das klappt.

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Oper für Obdach

Am Freitag haben wir ein ganz besonderes Projekt durchgeführt, dass es wahrscheinlich sonst in der Form überhaupt noch nie gegeben hat: Die Winterreise von Schubert (in Auszügen) inszeniert als „Ein-Mann-Oper“ im Hauptbahnhof. Der Bariton Christoph von Weitzel hatte die Idee schon vor über 10 Jahren, das Ganze mit dem Regisseur Hugo Scholter ausgearbeitet und damals die Komplett-Aufführung in 12 verschiedenen Konzertsälen aufgeführt. Sein Anliegen: Menschen auf die Situation von Obdachlosen aufmerksam machen, nicht so sehr die äußerliche Bedürftigkeit, sondern die menschliche Situation.

Unter diesem Aspekt bekomment die Text dieses romantischen Liederzyklus eine unglaublich aktuelle Bedeutung: Ein Mensch, der zerbrochenen Liebensbeziehungen nachtrauert, heimatlos ist, einsam, ruhelos und zwischen Verzweiflung, Aufbegehren und Illusion hin und her schwankt. Und genau das spielt Christoph von Weitzel singend zur Klavierbegleitung höchst einfühlsam und eindrucksvoll.

Im vorigen Jahr haben wir uns kennengelernt (vermittelt durch unsere Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit, Ortrud Wohlwend) und seit dem an der Idee gebastelt, das nun in einer Kurzfassung, kombiniert mit der Lesung von passenden Bibeltexten nicht in einem geschützten Saal aufzuführen, sondern mitten im Hauptbahnhof: Dort, wo täglich 300.000 Menschen unterwegs sind, wo die Bahnen über und unter einem herfahren, wo das Leben pulsiert, wo es laut und zugig ist und keinen Schutzraum gibt.

Foto: DB Station&Service AG

Der Veranstaltungsmanager der DB, Martin Libutzki war sofort Feuer und Flamme, als ich ihm die Idee vorstellte, Geschäftführung und DB-Stiftung ebenfalls. Und so konnte das Projekt als Kooperation von Christoph von Weizel, Berliner Stadtmission und Deutsche Bahn durchgeführt werden. Mit von der Partie der Pianist Frank Wasser, der sich der extremen Herausforderung stellte, die ausgesprochen heikle Klavierbegleitung mit kalten Fingern auf einem E-Piano! zu spielen. Und das heißt, einen hohen künstlerischen Selbstanspruch zurückzustellen, um  in diesem gewagten Projekt gemeinsamMenschenherzen zu bewegen!

Foto: DB Station&Service AG

Mit welcher Hingabe und Begeisterung die beiden Künstler sich in dieses Projekt investiert haben, war einfach nur großartig.

Und ich durfte Teil des Ganzen sein, indem ich zwischen einzelnen Liedern kurze Bibeltexte gelesen habe, die genau die Erfahrungen des vorhergehenden Liedes aufgegriffen und weitergeführt haben.

 

Foto: DB Station&Service AG

Zum Beispiel gleich nach dem ersten Stück „Fremd bin ich eingezogen, fremd zieh ich wieder aus…“ das Jesuswort: „Ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir nicht zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir nicht zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich nicht aufgenommen. Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich nicht gekleidet. Ich bin krank und im Gefängnis gewesen und ihr habt mich nicht besucht.“

Oder nach dem Lied „Täuschung“, wo der Heimatlose sich mittels einer Schnuffeltüte berauscht und Halluzinationen hat: „Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch, ein Spott der Leute und verachtet vom Volk. Alle, die mich sehen, verspotten mich, sperren das Maul auf und schütteln den Kopf: »Er klage es dem HERRN, der helfe ihm heraus und rette ihn, hat er Gefallen an ihm.«“ (Psalm 22,7-9).

Foto: DB Station&Service AG

Foto: DB Station&Service AG

Aber dann auch mit angedeuteten Fenstern der Hoffnung, wie zum Beispiel nach dem Lied „Wirtshaus“. Das ist erschütternd dramatisch: Der Heimatlose gerät auf einen „Totenacker“, also Friedhof, und wünscht sich in diesem „kühlen Wirtshaus“ einzukehren, also zu sterben. Aber er stellt fest, dass er auch hier keinen Platz hat: „Sind denn in diesem Hause / die Kammern all besetzt? / Bin matt zum Niedersinken, / Bin tödlich schwer verletzt. / O unbarmherzge Schenke, / Doch weisest du mich ab? / Nun weiter dann, nur weiter, / Mein treuer Wanderstab!“ Er schleudert das Kruzifix, das er bei sich trug weg, legt sich den rauhen Wanderstab wagerecht über die Schultern und taumelt weiter, wie ein Gekreuzigter.

Foto: DB Station&Service AG

Dazu dann die Bibelworte, dass kein Mensch in keiner Situation wirklich „gottverlassen“ ist: „Führe ich gen Himmel, so bist du da; bettete ich mich bei den Toten, siehe, so bist du auch da.Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer, so würde auch dort deine Hand mich führen und deine Rechte mich halten!“ (Psalm 139,8-10)

Und zum Schluss im berühmten Lied vom Leiermann, das Christoph von Weitzel und Frank Wasser in einem erschütternd langsamen Tempo gestaltet haben, ins Zwischenspiel eingefügt eine theologisch sicher gewagte Gedankenverknüpfung: „So steht uns der Geist da bei, wo wir selbst unfähig sind. Wir wissen ja nicht einmal, was wir beten sollen. Doch der Geist selbst tritt mit Flehen und Seufzen für uns ein – in einer Weise, die nicht in Worte zu fassen ist.“ (Römer 8,26, Basisbibel)

Und dann die Schlusstrophe: „Wunderlicher Alter! Soll ich mit dir gehn? Willst zu meinen Liedern / Deine Leier dreh’n?“

 

Und nun stellt euch vor: Das Ganze auf einer kleinen Bühne mitten im Lärm und Getümmel des größten Kreuzungsbahnhofs Eurapas! Geht das? Hört da einer zu – länger als einen Augenblick?

Foto: DB Station&Service AG

Foto: DB Station&Service AG

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Umwerfende war, dass zu jeder der vier gut halbstündigen Aufführung (um 11.00, 13.00, 15.00 und 17.00 Uhr) mehr als 200 Menschen direkt vor und um die Bühne stehengeblieben sind und mit großer Aufmerksamkeit und Ausdauer oft bis zum Schluss zugehört und zugeschaut haben. Die 1000 Flyer, die wir gedruckt hatten, reichten gerade aus für diese Zuschauer. Dazu kamen aber weitere Tausende, die nur kurz dabei blieben, oder auch von den höheren Ebenen, die sich wie Ränge um die Aufführungsfläche gruppieren, zum Teil auch einen ganzen Durchgang verfolgten (Martin Libutzki meinte, es hätten zwischen 5 und 10 Tausend etwas von der Aufführung mitbekommen). Und immer wieder konnte ich sehen, wie Menschen sich ergriffen die Augen wischten oder sogar ein Taschentuch brauchten. Oder wie der Berliner sagt: „Die hatten Pippi in den Augen“.

Foto: DB Station&Service AG

Foto: DB Station&Service AG

Und das Fasziniernede für uns alle, Aufführende und Zuhörende: Der Kontext brachte den Text erst zum Leuchten. Genau diese Lieder und Texte hierhin zu bringen, eben in diese laute Unbehaustheit, rief eine Autentizität hervor, die in einem Konzertsaal unmöglich ist.

Allerdings musste Christoph von Weitzel wirklich sängerische und schauspielerisch Schwerstarbeit leisten, und das, ohne sich wirklich selbst gut hören zu können. – Eine Leistung, vor der man nur den Hut ziehen kann.

Abgerundet wurde jede Vorstellung durch anschließende kurze Interviews z.T. mit uns, aber auch Vertretern der Bahn oder einem früheren Obdachlosen, der aber schon seit Jahren wieder Boden unter den Füßen hat und bei uns arbeitet.

Foto: DB Station&Service AG

Noch drei Eindrücke vom Rande:

Bei der ersten Aufführung kam, nachdem ich meinen ersten Text gelesen und wieder von der Bühne getreten war, eine Frau mittleren Alters zu mir, die mich energisch fragte: „Sind Sie Schauspieler oder Pfarrer?“ Ich sagte: „Pfarrer“. – „Dann ist das zynisch, was Sie hier machen. Die Kirchen sind die größten Gebäudebesitzer in Deutschland“, schimpfte sie los. Ich unterbrach sie und sagte: „Entschuldigung, aber ich arbeite bei der Berliner Stadtmission.“ – „Ach soo“, sagte sie und ihre Empörung war wie weggewischt. Und dann „Sammeln Sie auch hier?“ Ich: „Nein, wir wollen Menschen nur aufmerksam machen. Aber Sie können gerne etwas überweisen.“ Worauf Sie zufrieden weiterging.

Aber nicht alle fanden die Aufführung toll. Eine Mutter schob ihre beiden Mädchen im  Grundschulalter an mir vorbei nach vorne. Nach zwei Liedern kamen sie aber zu ihrer Mutter zurück: „Mama, lass uns gehen. Das ist soo traurig.“ Die Mutter erklärte ihnen aber dann sehr gut den Zusammenhang, bevor sie weitergingen. So werden auch die sich wohl erstmalig über die Situation von Obdachlosen Gedanken machen.

Wie gesagt, eigentlich wollten wir bewusst keine Spenden sammeln. Aber schon nach dem ersten Auftritt kamen verschiedene Menschen, die uns Geld in die Hand drückten. So hat Ortrud Wohlwend noch schnell eine Spendenbox geholt, in der sich bis zum Abend über 1000,- € sammelten.

Foto: DB Station&Service AG

So und hier könnt Ihr euch jetzt den kurzen Dokumentarfilm unseres Artrejo Film-Teams anschauen:

Natürlich haben wir den extrem gelungenen, wenn auch echt anstrengenden Tag mit einem gemütlichen und sehr leckeren Abendessen im Hotel Albrechtshof gemeinsam ausklingen lassen. Und der gemeinsame Spirit, der uns schon bei der Vorbereitung und Durchführung bewegt hat, war auch hier einfach wunderbar. So dass es noch recht spät wurde.

Übrigens: Frank Wasser ist nicht nur Pianist, sondern Geschäftsführer von Schloss Ribbeck im Havelland und Intendant der gleichnamigen Musikfestspiele. Wir haben schon ein bisschen rumgesponnen, was man vielleicht da 2019 anlässlich des Fontane-Jahres an überraschender Performance gestalten kann. Mal schaun.

Auf die Einladung zu einem Besuch dort werde ich jedenfalls nicht erst in zwei Jahren eingehen. Und das ist ja dann auch schon wieder eine neue Entdeckungsreise, auf die ihr euch mit mir schon freuen könnt.

 

 

„Das Beste an Weihnachten ist…“

Berlin ist immer wieder für eine Überraschung gut. Und zwar nicht nur Überraschungen, die zum „alles-ist-möglich“-Klischee passen oder zum „Berlin-is-ne-riesen-Party“-Klischee. Letzteres wird natürlich auch in der Adventszeit intensiv bedient. So zum Beispiel auf der Kirmes an der Jannowitzbrücke, die zu Recht nicht Weihnachtsmarkt heißt. Wobei ich den offiziellen Titel „Wintertraum“ jetzt auch nicht unbedingt passender finde. Aber das liegt wahrscheinlich an mir.

Blog 37-10Das gnadenlosen Nebeneinanderstellen von sehr unterschiedlicher Bildsprache bei dieser Volksbelustigung hat mich allerdings schon ein bisschen sprachlos gemacht: Gebrannte Mandeln und Horror-Achterbahn, Nikolaus und Revolverheld.

Blog 37-9

So grotesk mir das auf den ersten Blick erschien, so kann man genau dieses Aufeinanderprallen aber auch als treffenden Spiegel unserer aktuellen Lage sehen.
Die Welt ist aus den Fugen geraten. Gut und Böse, Krieg und Frieden lassen sich immer weniger auseinander sortieren.

Wir sind im Krieg. So jedenfalls muss man es doch verstehen, wenn jetzt unsere Soldaten und Flugzeuge an der Seite Frankreichs und anderer den Feind IS mit militärischen Mitteln zu vernichten, mindestens zu schwächen versuchen.
Wir sind im Krieg, wenn schwarz-weiß-Propaganda – egal ob von rechts oder links außen – jede differenzierte Wahrnehmung der Wirklichkeit verhindert.
Wir sind im Krieg, wenn wir womöglich fürchten müssen, dass neben uns eine Bombe explodiert. Wenn in einem Jahr über 500 Anschläge auf Flüchtlingswohnheime ausgeübt werden und auf facebook die menschenverachtendsten Dinge gepostet, „geliked“ und geteilt werden.
Wir sind im Krieg, wenn der Hass auch bei uns in die Köpfe einzieht, der Hass, der im Flüchtling nicht mehr den Mitmenschen sieht, sondern nur die Gefahr, oder der ideologische Hass, der im angstbesetzten und überforderten Einheimischen nur noch den Nazi sieht.

Lukas-Kantorei in der St. Lukas Kirche

Adventskonzert der Lukas-Kantorei  in der St. Lukas Kirche

„Tochter Zion, freue dich, jauchze laut Jerusalem … ja er kommt, der Friedefürst“, haben wir in der Adventszeit gesungen, in Gottesdiensten und Adventskonzerten. Aber ist das nicht nur ein Pfeifen im Wald angesichts des zunehmenden Unfriedens – auch zwischen den unterschiedlichen Gruppen in unserem eigenen Land. In der Adventsfeier für die Mitarbeitenden der Stadtmission bin ich in meiner Predigt über Sacharja 9,9-11 zu folgenden Schlüssen gekommen:

Plötzlich wird das Trostwort zu einer klaren Herausforderung: Auf welche Seite stellen wir uns mit unserem Denken, Reden und Handeln?
Auf die Seite derer, die um sich schießen – und sei es mit Worten? Oder auf die Seite des Messias-Königs, dessen Reich sich ganz anders ausbreitet?
Er bedient sich eben nicht der Mittel der anderen Machthaber und Gebieter. Er reitet eben nicht auf einem Ross oder auf einem Kriegswagen ein. Er benutzt nicht Böses zur Eindämmung des Bösen. Er arbeitet nicht mit Druck und Drohung. Und doch hat er die stärkeren Argumente. Weil er selbst frei ist von Hass und Angst, entsteht um ihn herum ein immer größerer hass- und angstfreier Raum.

Durch seine Versöhnung und die Kraft seines Wortes sind Menschen aus allen Völkern zu Liebhabern des Friedens geworden, zu Boten von Gerechtigkeit und Hilfe, die jetzt schon ein messianisches Versöhnungs-Netzwerk bilden „von einem Meer bis zum anderen.“ Und wir dürfen und sollen dazugehören.
An seiner Seite weicht die Angst, auch wenn die Verhältnisse noch beängstigen sind.
An seiner Seite fällt Menschenverachtung ziemlich schwer, selbst wenn andere uns als Hunde bezeichnen.
An seiner Seite wird Hass als Sackgasse enttarnt, weil Liebe den Hass ins Leere laufen lässt.
An seiner Seite entstehen verblüffende Handlungs-Alternativen, auf die die Feinde niemals kommen würden: „Tut wohl denen, die euch hassen.“

Das ist das Beste an Weihnachten, dass wir freien Zugang zu solchen Alternativen bekommen haben, die transformierende Kraft haben. Damit kommen wir vielleicht auch mal über das alljährliche Gejammere über den ganzen Weihnachtskonsum hinaus, das nichts ändert. Nicht ändern kann, solange man sich auch damit immer nur um sich selbst dreht. Blog 37-7Ich finde jedenfalls, der Adventskalender der Geschäfte im Hauptbahnhof hat etwas entwaffnend Ehrliches.

Welche transformierende Kraft die Versöhnungsbotschaft aber haben kann, war vor wenigen Wochen in der neuen von der Stadtmission betriebenen Notunterkunft für etwa 1000 Flüchtlinge in Spandau zu erleben. Zum Hintergrund muss zunächst erklärt werden, dass wir erst ganz frisch die Erlaubnis des Landesamtes haben „unsere Standards“ einbauen zu dürfen, d.h. ausreichend Sanitäranlagen, Waschmaschinen, Raum-in Raum-Kabinen (statt riesiger nur mit Bauzäunen abgetrennter Schlafbereiche), Spiel- und Betreuungsräume für Kinder usw.. Nicht mal das Licht war in der Nacht auszuschalten, weil es keine Notbeleuchtung gab. Also total stressige Umstände. Dazu die Ungewissheit, das Warten, die Fremdheit…

Durch irgendeinen letzten Tropfen lief das Fass über und es gab in der Nacht zum 1. Advent eine Massenschlägerei mit Einsatz von Polizei und Krankenwagen.

(Foto: Berliner Stadtmission)

(Foto: Berliner Stadtmission)

Feuerlöscher wurden zweckentfremdet und einiges ging zu Bruch. Die Einrichtungsleitung und weitere Mitarbeitende der Berliner Stadtmission waren aber vor Ort und begannen sofort mit Deeskalation und Aufräumarbeiten – die ersten, die mit anpackten, waren die Flüchtlinge selbst.

Schon am nächsten Vormittag wurde mit den Instandsetzungsarbeiten begonnen – zusammen mit den Bewohnern. Gemeinsam traten Vertreter aus den verschiedenen Volksgruppen vor die Bewohner und riefen zum Frieden auf. Pakistanis, Syrer, Kurden, Iraker, Afghanen, Männer wie Frauen und Kinder reichten sich die Hände. Beteiligte der Auseinandersetzung entschuldigten sich.

(Foto: Berliner Stadtmission)

Versöhnungsfest (Foto: Berliner Stadtmission)

„Wir alle wollen Frieden. Es gibt immer ein paar Wenige, die Schaden anrichten – in jeder Gruppe“, war die einhellige Meinung in den Gesprächen.

Am Nachmittag, schon 16 Stunden nach Beginn der Aufräumarbeiten, fand ein Fest des Friedens statt, bei dem sich diejenigen, die als erste ausgerastet waren, bei allen entschuldigten.

Zurück zu den Berliner Überraschungen. Im Rheinland waren wir es gewohnt, dass man beim Einkaufen an der Kasse usw. nicht etwa „Frohe Weihnachten“ gewünscht bekam, sondern weltanschaulich neutral „Schöne Feiertage“ (wie auch an Ostern und Pfingsten). Wie überrascht waren wir jetzt in Berlin, beim Brötchenholen oder Wochenendeinkauf oder im Fahrstuhl als Gruß „Einen schönen 1. Advent“ zu hören.

Und man denkt: Ganz so gottlos ist Berlin doch nicht.

afrikanische Krippe beim "Markt der Kontinente" in den Dahlemer Museen

Afrikanische Krippe beim „Markt der Kontinente“ in den Dahlemer Museen

Wobei dann auch schnell wieder eindrückliche Gegenbeispiele kommen. Bei der Weihnachtsfeier der Wohnhilfen (Eingliederungshilfe für ehemalige Obdachlose bzw. von Obdachlosigkeit bedrohte) habe ich gefragt, wer eine Krippe kennt von zu Hause oder aus der Kirche. Von den 25 Personen (einschließlich Mitarbeiter) meldeten sich vielleicht sechs und nur eine, die zu Hause eine Krippe hatten.

Gleichzeitig ist diese geringe religiöse Vorprägung auch immer wieder ein schöne Gelegenheit, Interesse zu wecken, sozusagen brachliegenden Boden zu bestellen.

Daran arbeiten wir, d.h. mein Kollege Andreas Schlamm und ich, auch in den verschiedenen innerbetrieblichen Fortbildungen.

Und darum geht es natürlich auch in der Heilig Abend Feier für Wohnungs- und Obdachlose heute Nachmittag im Zentrum am Hauptbahnhof. Inzwischen sind ca. 60 % der Obdachlosen in Berlin Osteuropäaer, die bei dem Versuch, hier ihr Glück zu machen, gestrandet sind. D.h. in dem Kurzgottesdienst muss möglichst vieles auf Polnisch und Russisch übersetzt werden. Rumänisch wär auch gut. Und die Botschaft von der Nähe Gottes zu unserem Leben muss sichtbar werden. So sieht unsere Bethlehem-Szene zur Weihnachtsgeschichte auch ein bisschen anders aus, als sonst in Krippenspielen.Blog 37-33

Für Obdachlose haben wir übrigens jetzt im Dezember neben der Bahnhofsmission Zoo (wieder einmal finanziert durch die Deutsche Bahn Stiftung sowie den Berliner Senat) ein Hygienezentrum eingerichtet, in dem Menschen von der Straße, zur Toilette gehen, duschen, waschen und sich die Haare schneiden lassen können. Wie viel Wertschätzung liegt darin, so gebeutelten Menschen ein solch edles Ambiente bereitzustellen!

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Im Refugio in Neukölln entwickelt sich inzwischen eine geistliche WeggemeinschaftBlog 37-30 als Keimzelle des geplanten Stadtklosters:

Jeden Dienstag und Freitag gibt es um 8 Uhr ein offenes liturgisches Morgengebet. Einmal im Monat (an einem Abend in der Woche) feiern wir einen internen Abendmahlsgottesdienst mit viel Stille.

Blog 37-31Dann essen wir als Weggemeinschaft mit zur Zeit 8 Personen gemeinsam Abend. Und einer erzählt seine geistliche Lebensgeschichte.

Aber auch die Gemeinschaft von Einheimischen und Neuankömmlingen im Refugio entwickelt sich positiv weiter. Genauso wie das Café und die programmatische Reflexion der Arbeit:

Sharehaus Refugio ist ein Ort, wo man Zuflucht finden kann, d.h. Schutz und Heimat, wo Gemeinschaft in gegenseitiger Wertschätzung und Unterstützung gelebt wird und Raum ist, Erneuerung zu erfahren und zur Erneuerung der Gesellschaft beizutragen.

Zum Schluss noch zwei musikalische Leckerbissen des Advents:

  1. Das Benefizkonzert (für unsere Kältehilfe) der Soulsängerin Jocelyn B. Smith in der Kaiser Wilhelm-Gedächtniskirche. Sie ist inzwischen nicht mehr die Jüngste, aber verströmt dermaßen viel Energie und Menschenfreundlichkeit, dass die rappelvolle Kirche innerhalb von gefühlten 30 Sekunden auf den Beinen ist, mitsingt und – tanzt.Blog 37-17 Blog 37-19
  1. Ein ganz kleines Format in der S-Bahn. Blog 37-22Häufig gibt es Musiker oder Gruppen, die reinkommen, ganz kurz Musik machen, 36 Takte später schon mit ihrem Becher rumziehen, um Geld zu sammeln, und bei der nächsten Station wieder verschwunden sind. Ein osteuropäischer Gitarrist morgens machte es anders. In aller Ruhe und Bescheidenheit spielte er drei oder vier virtuose klassische Gitarrenstücke. Nach und nach schauten immer mehr von ihren Handys, Zeitungen und Büchern auf, Stöpsel wurden aus Ohren gezogen und man lächelte sich an. Einige verzauberte Minuten. (Übrigens: Ein durchaus geschicktes Geschäftsmodell, wie mir scheint, jedenfalls im Bezug auch auf meine Bereitschaft, nicht nur 50 Cent zu geben.)

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Alles in allem gibt es für uns viel Grund, mit großer Dankbarkeit auf eine Jahr zurückzublicken, das so voller Leben war.

Ich danke Euch fürs Lesen, Anteilnehmen und alle Rückmeldungen. Und wünsche Euch jetzt gesegnete Weihnachten, erfreuliche Jahresrückblicke und Gottes Segen für das Kommende.

Neuberliner seit sechs Monaten

Am 1. November hat es sich zum halbsten Mal gejährt, dass ich nach Berlin gekommen bin und bei der Berliner Stadtmission angefangen habe. Zum „halbsten Mal gejährt“? Ja, denn eigentlich fühlt sich die Zeit hier schon viel länger an, also eher wie ein Jahr, so gefüllt und interessant und lebendig wie diese Zeit war. Und auch die vier Monate, in denen wir, also Christiane, Rafael und ich in Waidmannslust im 13 Stockwerk wohnen und von dort die Welt überblicken, scheinen einen viel größeren Zeitraum zu umfassen. Fragen wie „Habt ihr euch schon ein bisschen eingelebt“ lassen uns regelrecht schmunzeln. Ja: wir fühlen uns zu Hause in unserer neuen Wohnung und sind schon in der Phase angekommen, wo es auch an die letzten noch unausgeräumten Kisten und Ecken geht und an die Feinheiten der Dekoration usw. Die Besucher, die bei uns schon genächtigt haben, lassen sich längst schon nicht mehr an einer Hand abzählen. Und man kennt schon etliche Mitbewohner im Haus vom Sehen, durch kurze Gespräche im Aufzug oder auch mit Namen. Rafael hat es in der Hermsdorfer Schule in der Jahrgangsstufe 11 sehr gut angetroffen und schon Freunde gefunden. Christiane und ich haben bereits ein Konzert in der Frohnauer Kantorei mitgesungen. Und bei der Nennung von immer mehr Straßen und Plätzen haben wir eine Vorstellung, wo in etwa das in Berlin liegen könnte.

So gehören wir zu den zw. 50.000 und 70.000 jährlichen Neuberlinern. Und davon wieder zu denen, die sich richtig darüber freuen. Denn das ist längst nicht bei jedem so. Manche klagen auch darüber, dass es total schwer sei, Kontakt bekommen. Das können wir so nicht sagen.

Unsere Situation ist aber auch dadurch besonders, dass wir zu denen gehören, die Milieu- Kiez- und altersübergreifend „networken“. Das war bei uns ja auch schon in Köln so und setzt sich hier fast nahtlos fort. Christiane hat schon allein durch ihre Teamverantwortung in der Flüchtlingshilfe sehr unterschiedliche Menschen „von Nahem“ kennenlernen, Kontakte knüpfen  und z.T. Freundschaften schließen können. Und auch mein Arbeitsfeld führt mich nicht nur kreuz und quer durch Berlin, sondern auch zu vollkommen unterschiedlichen Altersgruppen und Milieus. Und im Team der Stadtmission gibt es viele, mit denen ich mich wunderbar verstehe, wo ich mich freue, sie zu treffen und mit ihnen zusammen Aufgaben zu erledigen. Und: ich lerne ständig neue Menschen kennen (deren Namen ich allerdings büffeln muss, wie weiland die Lateinvokabeln. Weil hier mein Hirn irgendwie unterentwickelt ist).

Die spannende Entdeckungsreise geht also weiter. Hier will ich jetzt stichwortartig von zwei Bereichen aus meiner Arbeit der letzten Monate erzählen, die bis jetzt noch nicht vorkamen  (Weil ich schon wieder drei Wochen Blog-Pause hatte, bekommt dieser hier – hoffentlich interessante – „Überlänge“):

 1. Camps, Junge Kirchen und ein Umzug

WP_20140802_14_54_13_ProWP_20140802_14_50_07_ProWP_20140802_12_06_25_Pro In den Sommerferien gab es vier mal eine Wochen lang das GEC = Gussower Erlebnis Camp für Kids von 8 – 13 Jahren.

Das Programm ist in vielem vergleichbar mit den Ferienangeboten des Kirchkamperhofs (ehemals Christcamp) am Niederrhein. Abenteuerliches Spieleprogramm, Kreativ- und Bibelgruppen usw. und am Ende der Woche ein aktivierendes Programm mit den Eltern, die die Kinder abholen. Darunter sind viele Familien, denen das finanziell unmöglich wäre, wenn das GEC nicht gezielt dafür Spenden sammeln würde – unter anderem auch in einem Beitrag des Frühstücksfernsehens von SAT 1.

Stefan Boschek, unser Jugendreferent, hat keine Mühe, immer das dafür nötige Team von Ehrenamtlichen (meist Jugendlichen) zusammenzubekommen.

GEC ist einfach cool.

Jetzt in den Herbstferien gab es für die 13jährigen, die nächsten Sommer nicht mehr mitdürfen, das „GEC reloaded“ eine Art Sprungbrett zum großen…

….. WP_20140818_10_48_05_ProJugendcamp im Stadtmissions-Jugenddorf Groß Väter See in der Uckermark direkt an einem herrlichen Badesee.

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Veranstaltet wird das zusammen mit unseren beiden JKBs (Junge Kirche Berlin) in Treptow und Lichtenberg.

Die Lichtenberger JKB ist vor wenigen Wochen aus ihrem Domizil im Dachgeschoss des HoteWP_20140525_17_34_54_Pro__highrescomprls Siegfriedshöfe aus finanziellen und inhaltlichen Gründen ausgezogen…

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…und mit einem feierlichen Einweihungsgottesdienst  in ein altes ehemaliges Industriegebäude eingezogen (hier Stadtmissionsdirektor Hans-Georg Filker bei Ansprache und Einweihungsgebet): etwas enger, deutlich günstiger und: ebenerdig und damit näher am Leben.) Wie kreativ die übrigens sind, sieht man z.B. an „Visitenkarten-Bar“

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2. Randgruppen mitten drin

Der Evangelische Blindendienst gehört ebenso zur Berliner Stadtmission wie die Wohnungslosenseelsorge. Bei einem Bibelnachmittag der Blinden hab ich mal wieder gestaunt, wie viel diese mit den restlichen Sinnen und ihrem Herzen sehen – und wie schnell die in ihren dicken Gesangbüchern lesen und dazu singen.

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Seit der schweren Erkankung eines unserer Stadtmissionare habe ich im September eine seiner Aufgaben übernommen, nämlich jeden Freitag im „Übergangshaus“ (direkt gegenüber der Geschäftsstelle in der Lehrter Str. 68) ein Gesprächsfrühstück mit ehemaligen Wohnungslosen zu halten. Nachdem Kaffee und Brötchen verteilt sind und mehr oder weniger gemeinsam der „Tisch-Rap“ gebetet wurde, kommt gleich die Frage: „Herr Pfarrer, was ist denn Thema heute?“ Ich gebe ein Stichwort rein und dann sagen die Teilnehmer, denen man nur  teilweise jahrelange Obdachlosigkeit ansieht,  was ihnen dazu einfällt. Zum Beispiel zum Stichwort „Heimat“: „Heimat ist, wo ich bin“, oder:“Heimat ist, wohin ich immer wieder zurückkommen kann.“ Ich höre bewegende Lebensgeschichten und mein Respekt wächst von Mal zu Mal vor diesen „Überlebenskünstlern“. Gegen Ende erzähle ich – unter dem Eindruck dessen, was ich gehört habe – eine biblische Geschichte zum Thema. In diesem Fall die vom „verlorenen Sohn“.

WP_20141031_09_46_38_ProDanach ist das Thema offiziell zu Ende. Aber gerade dann kommen noch sehr persönliche Beiträge von einzelnen. So lerne ich selbst die Bibel mit neuen Augen zu lesen. Vorher wäre ich wahrscheinlich nicht auf einen Satz gekommen wie: „Wussten Sie, dass Jesus selbst drei Jahre lang wohnungslos war?“ Und ich denke, ER war näher an deren Leben als an meinem!

„Lehrter Straße achtundsechzig – bitte –
da bin ich schon bekannt.
Irgendwo in Berlin – Mitte –
Zwischen Knast und Kanzleramt.“

So heißt der Refrain eines Liedes, das zwei junge Freiwillige über die Kältehilfe und Notübernachtung geschrieben haben, die seit dem 1. November wieder für die Obdachlosen geöffnet hat. Am gleichen Tag gab es eine prominent besuchte Festveranstaltung „20 Jahre Kältebus“.

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So lange fahren nämlich Mitarbeitende der Stadtmission im Winter Nacht für Nacht durch die Stadt, verteilen heiße Getränke und sammeln die Menschen auf, die vom Erfrieren bedroht sind. Moderiert wurde die Festveranstaltung von keiner Geringeren als der bekannten Fernsehmoderatorin Sandra Maischberger, die die anderen anwesenden Promis ordentlich in die Zange genommen hat, um ihnen eine noch größere Unterstützung für dieses Projekt abzuringen. WP_20141101_17_38_23_ProDarunter z.B. auch ein Funktionär und ein Spieler der „Berliner Eisbären“ (mehrfacher deutscher Eishockey-Meister). Hier erzählt auch Hermann Wolter, ehemaliger Obdachloser und inzwischen in der Lehrter Straße regulärer Mieter (und Teilnehmer des Gesprächsfrühstücks), was ihm sein neues Leben ermöglichte: „Früher hab ich keinem vertraut! Aber bei der Bahnhofsmission haben sie mich als Menschen behandelt, auf Augenhöhe. Da hab ich wieder Vertrauen gelernt.“

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In dem Zusammenhang ist auch ein Kinotrailer gedreht worden. Hier der Hauptdarsteller Guido als Objekt für die Berliner Pressefotographen.

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Die Coda des Kältehilfe-Songs heißt übrigens: „Näher am Knast als am Kanzleramt.“ Zu hören und zu sehen unter: https://www.youtube.com/watch?v=dZBu3a8M-Ns&feature=youtu.be