Bundeskonferenz der Stadtmissionen

Wofür steht eigentlich der Name „Stadtmission“ (SM)?

Zunächst einmal: Das ist kein geschützter Begriff. Von daher kann sich jeder Stadtmission nennen, der das möchte. Es gibt aber einen Bundesverband der Stadtmissionen. Und man könnte sagen, dass dort wesentliche Merkmale gesetzt werden, auch wenn längst nicht alle, die den Namen tragen, sich dem Verband angeschlossen haben (wie zum Beispiel die Kölner Stadtmissions-Gemeinde).

Kulinarisches im Luther Hotel Wittenberg - unter den Augen des Reformators selbst.

Kulinarisches im Luther Hotel Wittenberg – unter den Augen des Reformators selbst. Das Hotel gehört übrigens der Berliner Stadtmission. Herzliche Einladung!

Vom 7. – 9. Mai fand nun die diesjährige Bundeskonferenz der Stadtmissionen im Luther-Hotel in Wittenberg statt. Und ich durfte mit der Delegation der Berliner SM an diesem historischen Ort teilnehmen.

Insgesamt über 50 Vertreter aus 17 Stadtmissionen in ganz Deutschland und Straßburg nutzen die zwei Tage zu intensivem Erfahrungsaustausch und der Arbeit an aktuellen Themen: Unter der Überschrift „Profil – Strategie – Reformation“ gab es u.a. sechs sogenannte Masterclasses (d.h. ganztägige Arbeitsgruppen) und einen Vortrag von Margot Käsmann zum Thema „Kernbotschaften der Reformation für Mitarbeitende und Gäste der Stadtmission“.

Für mich war die Tagung die perfekte Einführung in Stadtmissionsarbeit: Zum Teil firmiert unter dem Namen Stadtmission das Diakonische Werk einer Stadt, wie z.B. in Heidelberg, Dresden oder Nürnberg. Häufig gehören die jeweiligen Bahnhofsmissionen dazu, wie in Berlin oder Freiburg. In aller Regel gibt es dann auch eine SM-Gemeinde, darunter ganz kleine wie in Wuppertal oder Zwickau – oder große und expandierende wie in Freiburg und Pforzheim. Einen ganzen Blumenstrauß wie in Berlin mit seinen 18 Gemeinden und missionarischen Projekten gibt es sonst allerdings nicht (ist auch schwer zu finanzieren). Immer liegt aber ein großer Schwerpunkt auf diakonischer Arbeit und der Zuwenden zu den Menschen an den Rändern unserer Gesellschaft, den Obdachlosen, Suchtkranken, Asylanten, Arbeitslosen, Blinden, Alten, Strafentlassenen usw.. So eben auch in Hamburg, Rostock, Karlsruhe, Leipzig, Halle, Strasbourg… Das Bemühen darum, dass sich Geistliches und Diakonisches immer durchdingen ist, wie es mir scheint, hier in Berlin schon besonders stark ausgeprägt, aber eben auch als bleibende Herausforderung.

Margot Käsmann

Margot Käsmann

Auf die Frage, was die Kerngedanken der Reformation nun konkret für diese Gäste bedeutet, ist Margot Käsmann in ihrem ansonsten lohnenden Vortrag allerdings kaum eingegangen. Was ihr nicht vorzuwerfen ist, weil es ja selbst denen schwerfällt, die täglich mit diesen Benachteiligten arbeiten. Am Rande der Veranstaltung haben wir dann aber überlegt, wie wohl „worship“ für Wohnungslose aussehen könnte. Natürlich niemals ohne Magen füllende und Schutz gewährende Hilfe! Aber in welche Worte wäre die Botschaft zu kleiden, dass für Gott jeder Mensch zählt und seine Liebe jedem gilt?

 

Köstlich war bei der Konferenz die nahezu pfingstliche Sprachenvielfalt deutscher Dialekte. In einer Gesprächsrunde trafen aufeinander: Südbadisch und ostfriesisch und rheinisch und fränkisch und thüringisch und elsässisch und rheinisch und mecklenburgisch-norddeutsch und leipzisch.

Bis zum nächsten Blogeintrag, in dem es um Kontrast-Begegnungen in Berlin gehen wird.

Euer/Ihr

Gerold Vorländer

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